Assoziative Gedächtnishilfe für mobile Datensammler
Wissenschaftler am IBM-Forschungslabor in Haifa haben eine Software vorgestellt, die mit mobilen Endgeräten erfasste Bild-, Ton und Textdateien assoziativ anordnet und damit sehr viel leichter verfügbar macht.
Wissenschaftler am IBM-Forschungslabor in Haifa haben eine Software vorgestellt, die mit mobilen Endgeräten erfasste Bild-, Ton und Textdateien assoziativ anordnet und damit sehr viel leichter verfügbar macht. Inspiriert und benannt ist das Projekt nach dem magischen "Pensieve" aus J. K. Rowlings-Harry-Potter Büchern – das in der deutschen Übersetzung "Denkarium" genannte Artefakt speichert Erinnerungen.
Die erstmals auf der Fachkonferenz CHI 2008 im April vorgestellte Software (PDF-Datei) synchronisiert einen Server mit Mobiltelefonen, Kameras oder Laptops und lädt "Captures" in Form von Bildern, Texten und Audio-Dateien auf den Server. Aus eventuell vorhandenen Metadaten holt sich die Software dann beispielsweise Zeit, Datum oder Ortsinformationen, um eine erste grobe Klassifizierung der Daten vorzunehmen.
Ein Abgleich mit dem Kalender des Users ergibt eine weitere, feinere Klassifizierung. Schließlich werden die Multimedia-Daten von einer OCR und einer Sprachauswertung auf Schlüsselwörter und syntaktische Konstrukte wie Eigennamen Adressen oder Termine durchsucht. Mit Hilfe einer im Web-Browser laufenden Anwendung kann man die Daten durchsuchen – dabei werden Kontext-Verknüpfungen automatisch angezeigt. So werden beispielsweise Bilder von Vortragsfolien automatisch einer Konferenz zugeordnet, die beispielsweise wiederum mit einer Teilnehmerliste und Scans von Visitenkarten verknüpft sein kann.
"Während wir im April die erste Version für persönliche Aufzeichnungen vorgestellt haben, geht es nun darum, die Anwendung sozial zu machen", erklärt Projekt-Sprecher Eran Belinsky. So könne man jetzt auch auf "captures" von Kollegen zugreifen. "Aber selbstverständlich nur, wenn man die auch freigegeben hat". Seit Kurzem testet IBM die Software im Intranet, um zu sehen, welche Anforderungen die User stellen, und welche Ideen sie dazu entwickeln. "Wir hoffen da auf völlig neue Ideen", sagt Belinsky. "In der Regel sind die Anwender von sozialen Diensten ja sehr innovativ. Konkrete Pläne für ein Produkt hat IBM zur Zeit nicht, erklärt er. Allerdings wolle man erst nach den internen Tests darüber entscheiden, die Software eventuell auch freizugeben. (wst)