Autoscheinwerfer durchdringen Schnee
Bei schlechten Witterungsbedingungen geben Fahrzeugbeleuchtungen zu wenig Licht ab. Optische Anpassungen könnten helfen.
- Tom Simonite
Bei schlechten Witterungsbedingungen geben Fahrzeugbeleuchtungen zu wenig Licht ab. Optische Anpassungen könnten helfen.
Im vergangenen Jahr gelang es Forschern an der Carnegie Mellon University in Zusammenarbeit mit Kollegen bei IT-Konzern Intel, ganz spezielle Autoscheinwerfer zu entwickeln. Diese beleuchten Regentropfen nur wenig, was dem Fahrer bei schlechten Witterungsverhältnissen einen besseren Blick auf die Straße vor ihm ermöglicht. Nun hat das Team seinen Prototypen weiterentwickelt: Die neue Version kann auch mit heftigem Schneetreiben umgehen, was sie auch bereits im vergangenen Winter bei Sturmlagen beweisen konnte.
Das "Smart Headlight System" arbeitet mit Hilfe einer Kamera, die den Weg von Regentropfen oder Schneeflocken verfolgen kann und diese Informationen dann nutzt, um Teile des Lichtkegels aus dem Scheinwerfer selektiv abzuschalten. Erfolgt dies schnell genug, ist es möglich, das Licht um den Niederschlag herum zu leiten und nicht auf ihn zu scheinen.
Intel-Technikchef Justin Rattner zeigte, wie das funktioniert. Im Versuch arbeiten die Scheinwerfer zunächst wie konventionelle Fahrzeugbeleuchtungen, was zu einem großen Reflexionsbereich führt, der von allen umgebenden Schneeflocken stammt. Wird das adaptive System angeschaltet, verschwinden die Reflexionen. Der Unterschied erweist sich als gut sichtbar.
Die erste Variante des Systems, die bereits im letzten Jahr gezeigt wurde, funktionierte mit Regen am besten, weil die Software ein Modell enthielt, bei dem der Niederschlag sich ungefähr in gerader Linie bewegte. Die verbesserte Version kann nun auch mit den manchmal gekrümmten und manchmal verwirbelten Flugbahnen von Schneeflocken umgehen. "Regen nimmt einen vorhersehbaren Weg", sagt Rattner, "Schnee agiert zufälliger". Hilfreich dürfte das optimierte Beleuchtungssystem auch dann sein, wenn Regen und Schnee mit Wind kombiniert auftreten, es also zu Niederschlagsverwirbelungen kommt.
Intel zufolge ist man derzeit dabei, an der Kommerzialisierung der Technik zu arbeiten. "Wir haben damit begonnen, mit Fahrzeugherstellern und Zulieferern aus der ersten Reihe zu sprechen, um das Verfahren zu einem Produkt zu machen", sagt Rattner. Wie weit der Prototyp noch von Echtweltanwendungen entfernt ist, wollte er allerdings nicht sagen. (bsc)