Intel plant Siliziumphotonik-Transceiver mit 100 Gigabit

Intel will Technologien aus den Forschungs-Labs schneller zu neuen Geschäftsfeldern machen. Siliziumphotonik soll ein erstes Beispiel sein, die anfangs für Rechenzentrumshardware gedacht ist.

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Intel experimentiert im Rahmen seiner "Lab Venture"-Strategie mit Produkten auf Basis von Siliziumphotonik. Das sagte Justin Rattner, bis Ende Juni Chief Technology Officer des Konzerns, im Interview mit Technology Review. "Wir haben angefangen, um einige ausgewählte Technologien aus den Intel Labs herum eigene neue Geschäftsfelder aufzubauen", erklärte Rattner. Ein Problem, das nicht nur Intel habe, sei, dass Geschäftsbereiche mit ihren jeweiligen Produkten und Kunden sehr beschäftigt sind. "Wenn dann jemand sagt 'Wenn ihr hier noch mal 50 Millionen reinsteckt, kommt ein großartiges Produkt heraus' passiert das nur selten."

Die Siliziumphotonik sei nun das erste solcher Großprojekte, auch das einzige, über das man öffentlich spreche. "Wir haben das Team aus den Labs herausgezogen und Designer, Tester und Produktionsingenieure eingestellt. Wann wir neue Produkte in diesem Bereich ankündigen, haben wir noch nicht festgelegt." Klar sei aber bereits, dass man als erstes einen Transceiver mit 100 Gigabit pro Sekunde anbieten werde. "Wir bauen die Lasereinheiten mit herkömmlichen CMOS-Fertigungsverfahren in den Transceiver-Chip ein. Vor ein paar Jahren haben wir bereits einen Chip mit 50 Gigabit pro Sekunde vorgestellt, der in den Labs konstruiert worden war." Der jetzige Chip sende 100 Gigabit pro Sekunde, der Verbinder, den Intel in Kooperation mit Corning gebaut hat, erreiche sogar 1,6 Terabit pro Sekunde.

Die Technik ist für Rechenzentren gedacht. "Es gibt damit eine größere Bandbreite bei geringeren Kosten und auch hinsichtlich der Energieeffizienz wird das viel bringen." Die Anwender in den Rechenzentren begeisterten sich zwar alle für Datenkapazitäten, arbeiteten aber mit vergleichsweise schmalbandigen Leitungen, so Rattner. "Die übertragen in den meisten Rechenzentren ganze zehn Gigabit pro Sekunde, nur wenige haben auf 40 Gigabit pro Sekunde umgerüstet. Bei Facebook denken einige Leute aber schon über Anwendungen für Siliziumphotonik in Server-Racks nach."

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(bsc)