Microsoft will die IT-Beschaffung leichter machen
Eine vom Redmonder Konzern in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass Unternehmen der Einkauf von IT-Hard- und -Software zu kompliziert ist. Daher will Microsoft den Erwerb von Lizenzen seiner Produkte deutlich vereinfachen und beschleunigen.
Das Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne befragte im Auftrag von Microsoft 400 IT-Manager (CIOs) in Deutschland, Großbritannien und Italien nach deren Erfahrungen und Bedürfnissen bei der Beschaffung von IT-Hard- und -Software. Dabei kritisierten rund ein Viertel der Befragten, dass "langwierige und komplexe Kaufprozesse die Einführung neuer IT-Lösungen verzögerten". Diesem Dilemma will Microsoft nun mit einer Initiative begegnen, die zumindest den Kauf von Software deutlich vereinfachen soll.
Der Redmonder Konzern hat sich zum Ziel gesetzt, den Einkaufsprozess für seine Applikationen stärker auf die Bedürfnisse seiner Kunden und Vertriebspartner zuzuschneiden, um die Abwicklung zu beschleunigen und auch die Kosten insgesamt zu senken. Von der in den vergangenen Jahren zunehmend individuell gestalteten Lizenzierung für einzelne Unternehmen wird sich der Hersteller dabei allmählich wieder verabschieden – zugunsten stärker standardisierter Vertragsformen.
"Die zahlreichen Lizenzierungsformen haben auch dazu geführt, dass der ohnehin schon komplexe Kaufvorgang von Software noch schwieriger geworden ist. Die Studie hat ergeben, wie unzufrieden Kunden mit der damit verbundenen zeitlichen Verzögerung sind", erläutert Severin Löffler, Leiter der Rechtsabteilung der Microsoft Deutschland GmbH. Aus diesem Grund wird der Software-Konzern die Zahl seiner Lizenzvertragsoptionen reduzieren. Ein erster Schritt zur Konsolidierung ist die kürzlich angekündigte Einführung von Select Plus zum 1. Oktober 2008.
Das neue Programm soll mittelständischen und Großkunden die Zusammenführung separater Lizenzverträge in einem weltweiten unbefristeten Rahmenvertrag erlauben. Während sich dadurch für Microsoft und dessen Large Account Reseller (LAR) die Abwicklung und Verwaltung der Lizenzverträge deutlich vereinfacht, sollen die Kunden außerdem von zusätzlichen Mengenrabatten durch die Bündelung der einzelnen Lizenzabkommen profitieren.
Als weiterer Schritt hin zu einem einfacheren Software-Erwerb ist auch Microsofts verschärftes Engagement im Bereich SaaS zu werten. Unter dem Motto Software + Service offeriert der Konzern Unternehmen eine stetig wachsende Palette von Applikationen, die flexibel als Dienst über das Internet bezogen werden können. Neben den schon länger angebotenen Office Live-Services nannte Microsoft im Rahmen seiner weltweiten Partnerkonferenz Anfang Juli erstmals auch konkrete Preise für die künftigen Online-Services rund um Server-Anwendungen wie Exchange oder SharePoint. Die Abrechnung dieser Dienstleistungen erfolgt pro Nutzer und Monat – bei überschaubaren Vertragslaufzeiten – nach dem ersten Jahr kann monatlich gekündigt werden. (map)