Konjunkturumfrage: IT-Unternehmen erwarten Umsatzsteigerungen

Die deutschen IT-Unternehmen rechnen für das zweite Halbjahr 2013 mit steigenden Umsätzen. Daher wollen viele Firmen laut der halbjährlichen Konjunkturumfrage des Bitkom weitere Mitarbeiter einstellen.

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Von
  • Robert Höwelkröger

Bitkom-Präsident Prof. Dieter Kempf sieht die Bitkom-Branche im Vergleich zur Gesamtwirtschaft sehr gut aufgestellt.

(Bild: Bitkom)

Die Hightech-Branche rechnet für die zweite Jahreshälfte mit steigenden Umsätzen. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Konjunkturumfrage des Bitkom. 72 Prozent der Anbieter von Informationstechnik, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik gehen von einem positiven zweiten Halbjahr 2013 aus. Nur 17 Prozent der Unternehmen befürchten bröckelnde Umsätze. "Verglichen mit dem Ifo-Konjunkturtest, der die Geschäftserwartungen in der Gesamtwirtschaft abbildet, steht die Bitkom-Branche sehr gut da", sagte Bitkom-Präsident Dieter Kempf.

Schon das erste Halbjahr verlief der Konjunkturumfrage zu Folge für einen Großteil der Unternehmen sehr gut. So konnten 57 Prozent ihren Umsatz erhöhen, bei 29 Prozent ging der Umsatz zurück. Besonders gute Geschäfte verzeichneten dabei die Anbieter von IT-Dienstleistungen. 70 Prozent steigerten ihre Umsätze und nur 19 Prozent sprechen von rückläufigen Einnahmen. Auch für das Gesamtjahr 2013 werden insgesamt steigende Umsätze erwartet. Mehr als zwei Drittel der Unternehmen erwarten hier 2013 eine Steigerung, nicht einmal jedes Fünfte (19 Prozent) geht von Umsatzeinbußen aus. "Damit entsprechen die Erwartungen fast exakt denen aus dem Jahr 2012, in dem der deutsche ITK-Markt um 2,2 Prozent gewachsen ist und erstmals die Umsatzmarke von 150 Milliarden Euro geknackt hat", meinte Kempf.

Die positive Geschäftserwartung könnte sich auch positive auf die Beschäftigungsentwicklung auswirken. Mehr als die Hälfte der teilnehmenden ITK-Unternehmen (52 Prozent) gaben in der Umfrage an, dass sie noch in diesem Jahr neue Mitarbeiter einstellen wollen. Lediglich bei 12 Prozent war von Entlassungen die Rede. Somit sind die Unternehmen im Bezug auf die Personalentwicklung noch etwas zuversichtlicher gestimmt als im Vorjahr. "Am Ende des Jahres werden wir unserer Prognose zufolge 907.000 Beschäftigte bei den ITK-Unternehmen zählen. Damit ist unsere Branche neben dem Maschinenbau der einzige Industriesektor, der hierzulande mehr als 900.000 Menschen beschäftigt", sagte Kempf. "IT ist nicht nur eine Wachstumsbranche. IT ist auch ein Jobmotor."

Viele Unternehmen würden sogar gerne noch mehr Personal einstellen. Jedoch sehen 55 Prozent die aktuelle Fachkräftesituation als Hindernis an. Für mehr als jedes vierte Unternehmen (28 Prozent) sind zudem die politischen Rahmenbedingungen schlecht für die eigenen Geschäfte. Daher hoffen der Bitkom und die dort verbundenen Unternehmen auf die Bundestagswahl im Herbst. Laut Bitkom müssten anschließend dringend wichtige Themen wie Netzneutralität und Frequenzpolitik, Datenschutz und Cybersicherheit, Urheberrecht und Bildung, Jugend- und Verbraucherschutz, Intelligenten Netzen und Industrie 4.0, Start-ups und Mittelstand auf die Agenda. Kempf: "Wir brauchen künftig mehr IT in allen Arbeits- und Lebensbereichen."

Die Konjunkturumfrage führt Bitkom Research halbjährlich unter ITK-Unternehmen durch, die Mitglieder im Bitkom sind. Der Verband vertritt insgesamt 2.000 Unternehmen, davon über 1.200 Direktmitglieder mit 135 Milliarden Euro Umsatz und 700.000 Beschäftigten. Hierzu zählen Anbieter von Software & IT-Services, Telekommunikations- und Internetdiensten, Hersteller von Hardware und Consumer Electronics sowie Unternehmen der digitalen Medien. (roh)