DNA-Analyseprojekt soll Langlebigkeit beim Menschen klären
US-Forscher suchen unter 1000 beschwerdefreien Personen ab 80 nach dem genetischen Bestandteil gesunden Alterns.
US-Forscher haben ein ambitioniertes Projekt gestartet: Sie wollen die DNA von 1000 Personen untersuchen, die bis ins hohe Alter auffällig gesund bleiben. So soll erstmals Licht auf Genomvariationen geworfen werden, die manche Menschen davor schützen, an Herzproblemen, Krebs, Diabetes oder anderen Altersleiden zu erkranken. Statt sich auf Gene zu konzentrieren, die das Krankheitsrisiko erhöhen, will das Wissenschaftlerteam am "Genomic Medicine Program" des Scripps Translational Science Institute im kalifornischen La Jolla diesmal nur jene Teile des Genoms betrachten, die bereits früher mit Altersgesundheit und Langlebigkeit in Verbindung gebracht wurden, berichtet das Technologiemagazin Technology Review in seiner Online-Ausgabe.
Fortschritte bei der Gensequenzierung machen es seit kurzem möglich, breit nach entsprechenden DNA-Abschnitten zu suchen. Bislang bekannt wurde dabei, dass auch das Genom gesunder alter Menschen nicht ohne Makel ist. "Diese Personen besitzen genetische Marker, die eigentlich als Warnzeichen für ernste Erkrankungen wie Herz- und Gefäß-Probleme, Schlaganfälle oder Diabetes bekannt sind. Doch sie werden einfach nicht krank", sagt Eric Topol, Kardiologe und Chef des "Genomic Medicine Program", der die Suche nach den "Anti-Aging-Genen" leitet. Dafür wolle man nun eine Erklärung finden.
Um die Frage zu beantworten, sammelten Topol und sein Team Blutproben von 1000 Personen im Alter von 80 und mehr Jahren, die in ihrem Leben nie an einer ernsten Erkrankung litten und keine Medikamente einnehmen. Daraus sollen rund 100 Gene sequenziert werden, die in Tierversuchen und anderen Studien als bedeutungsvoll für Gesundheitszustand und Ablauf des Alterungsprozesses identifiziert wurden. "Wir interessieren uns besonders für wichtige Kontroll- und "Aufräum"-Gene, wie die für die DNA-Reparatur zuständigen Bereiche oder den Insulin-Wachstumsfaktor-1, ein Hormon, das beim Zellwachstum hilft", sagt Topol.
Der Forscher und seine Kollegen wollen die Gensequenzen gesunder Freiwilliger anschließend mit denen von Menschen vergleichen, die an Alterserkrankungen verstarben, bevor sie das 80. Lebensjahr überschritten hatten. Bereits herausgefunden wurde, dass gesunde Personen nur mit einer leicht geringeren Wahrscheinlichkeit Variationen in sich tragen, die als Krankheitsindikatoren gelten. Das unterstützt wiederum die Theorie, dass "Schutzgene" eine wichtige Rolle dabei spielen könnten, gesund alt zu werden.
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(bsc)