Der Shop der Zukunft
Intel arbeitet an innvativen Techniken, die die Welt des Handels verändern werden. Wie die Zukunft aussehen könnte, zeigt das Unternehmen in seinem "Future Retail Store" in München.
Dem Einzel- und Fachhandel steht einer der größten Umbrüche in seiner Geschichte bevor: Neue Technologien lassen eine neue Art des Einkaufsverhaltens entstehen. Früher wurde der Kunde durch Werbung in die Läden gelockt, Preis- oderProduktvergleiche waren nur eingeschränkt bzw. mit größerem Aufwand möglich. Der Verbraucher war auf die Informationen angewiesen, die ihm Hersteller bzw. Händler boten. Heute sieht das ganz anders aus, wie Rahoul Bhasin, Market Development Manager der Retail Solution Division bei Intel erklärt: "Der Kunde hat die Tendenz im Internet zu kaufen, wechselt aber auch gerne die Einkaufskanäle. Der Kaufprozess ist nicht mehr gradlinig. Außerdem werden die Konsumenten immer anspruchsvoller: Sie erwarten nicht nur eine große Auswahl, sondern auch, dass das Produkt bequem eingekauft und schnell geliefert werden kann. Trifft das bei einem Händler nicht zu, nutzen sie eben andere Möglichkeiten".
Nicht der Handel, sondern der Kunde gibt inzwischen den Ablauf der Kaufprozesse vor und stellt die Anbieter damit vor vor groĂźe Herausforderungen. Die wichtigste lautet: Wie lassen sich online und mobiles Shopping sowie Social Media mit dem klassischen Einkaufserlebnis im Laden kombinieren?
Intel Future Store (12 Bilder)

Der Intel Future Store
Eine mögliche Antwort darauf gibt ein Pilotprojekt von Intel, der “Intel Future Store”. Das Herzstück des Ladengeschäfts ist die Plattform "What Next?". Es handelt sich um einen von Intel entwickelter Software-Prototyp, der einerseits als dynamische Datenbank zum Sammeln von Produktinformationen und Inspirationen, andererseits als Grundlage für eine effiziente Beratung im Laden fungiert. Als digitaler Einkaufsberater eingesetzt, soll "What Next?" dem Verbraucher eine bessere Übersicht über die wachsende Produktauswahl bieten und dem Händler zugleich dabei helfen, eine effizientere Verknüpfung von Online- und Offline-Shopping anzubieten.
Matthias Scharer, Intels Consumer Sales Director für Europa, ist überzeugt, dass es einen großen Bedarf an solchen Systemen gibt. Untersuchungen hätten ergeben, dass sich ein Verbraucher durchschnittlich einen Monat lang mit dem Kauf eines neuen PCs beschäftigt. Aber nicht, weil ihm das soviel Freude macht, im Gegenteil. Meistens ist er von der großen Auswahl überfordert: "Am Ende ist er immer noch nicht sicher, das richtige Gerät für seine Bedürfnisse zu haben. Er ist nur froh, dass es endlich vorbei ist". Ein positives Einkaufserlebnis sieht anders aus. Hier, so Scharer, müssten Händler den Kunden abholen.
Mit der Plattform "What Next?" sowie intelligenten Geräten, die darauf zugreifen, geht das ganz leicht, sagt Intel. Der Einkaufsberater kann online, vom PC oder als App, über Social Media Kanäle oder auch an Geräten direkt in einem Laden genutzt werden. Nutzt der Verbraucher den Einkaufsberater von unterwegs oder von Zuhause aus, hilft ihm dieser zunächst bei der Auswahl der Geräte, fragt Eckdaten wie Preisvorstellungen und Nutzungspräferenzen ab. Auf Basis dieser Informationen schlägt das System passende Geräte vor, der Verbraucher kann sie jederzeit manuell anpassen und zum Beispiel eigene Rechercheergebnisse integrieren. Auf Wunsch zeigt das System anschließend auch noch an, welche Läden in seiner Nähe die favorisierten Produkte verfügbar haben. So lässt sich geschickt vermeiden, dass der Kunde einen Laden mit leeren Händen verlässt, weil das gewünschte Produkt dort nicht verfügbar ist. Der Verbraucher kann an dieser Stelle über die "What Next?"-App sogar schon einen Termin mit einem Kundenberater vereinbaren.
Im Laden selbst checkt der Kunde an einem speziellen Hub ein. Anschließend kann er sich wichtige Informationen, wie beispielsweise den genauen Weg zum präferierten Gerät oder auch passende Produktvideos und Kundenbewertungen auf einem der hier installierten intelligenten Displays anzeigen lassen. Auch auf den Vorführgeräten selbst ist "What Next?" installiert. Der Kunde kann damit nicht nur alle Informationen zu seinen Favoriten abrufen, sondern auch einen Verkäufer für ein Beratungsgespräch an seinen Standort anfordern. So ist sicher gestellt, dass sich kein Kunde vom Verkaufspersonal belästigt fühlt und nur angesprochen wird, wenn er das wirklich möchte. Die Kundenberater werden mit Tablets ausgestattet, mit denen sie bei Bedarf die "What Next?“-Liste des Kunden einsehen können. So verfügen sie bereits über die wichtigsten Informationen zu den Präferenzen des Kunden und müssen das Gespräch mit ihm nicht bei Null beginnen. Das spart dem Kunden und dem Verkäufer eine Menge Zeit und sorgt für eine effiziente Beratung, die dann hoffentlich zum Kaufabschluss führt.
Einkaufslust statt Frust, lautet hier das Ziel. Man will es erreichen, in dem man den Verbraucher von intelbasierten, digitalen Technologien zu jedem Zeitpunkt des Einkaufsprozesses begleiten lässt – von der Online-Produktrecherche, über die Beratung im Laden bis hin zum Kauf des Wunschgeräts. Zum Einsatz kommen dabei unter anderem die Funktechnologie NFC, Big Data Anwendungen sowie intelligente, über das Internet verbundene Systeme. Der "Intel Future Store" wurde seit Mai 2013 für Marktforschungszwecke und Kundenpräsentationen genutzt. Fazit von Matthias Scharer: "Im Einzelhandel gibt es ein großes Interesse an neuen Technologien". (gs)