Stromzwischenspeicher im Grid

Mit großen Batterien sollen Schwankungen bei der Stromversorgung künftig besser ausgeglichen und erneuerbare Energie wirtschaftlicher gemacht werden.

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Mächtige Stromspeicher sollen künftig in den USA eine wichtige Rolle bei der Energieversorgung spielen. Die Industrieforschungseinrichtung "Electric Power Research Institute" geht davon aus, dass nur mit dieser Technik eine weit verbreitete Verwendung erneuerbarer Energien möglich ist, berichtet das Technologiemagazin Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Gleichzeitig könnte der Ansatz dafür sorgen, dass das notorisch unzuverlässige nordamerikanische Stromnetz besser geschützt und effizienter gestaltet werden kann.

Denn das Grid selbst kann keine Energie speichern. Deshalb muss in jedem Augenblick so viel Strom produziert werden, wie gerade verbraucht wird. Selbst mit berechenbaren Kohle-, Gas- oder Kernkraftwerken ist es nicht leicht, die Nachfrageschwankungen auszugleichen. "Kosteneffiziente Energiespeicher könnten erheblich dazu beitragen, regenerative Energien in den Markt zu bringen. Damit könnte man Stromeinspeisung und Nachfrage glätten und temporäre Unterschiede ausgleichen", sagt Michael Knoll vom Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) in Berlin.

Während hierzulande in der Regel so genannte Pumpspeicherkraftwerke für den Ausgleich zum Einsatz kommen, die potenzielle Energie speichern, indem sie Wasser elektrisch in größere Höhen pumpen, wenn Strom im Überfluss vorhanden ist, setzt man in Japan und den USA zunehmend auf große Batterien. Der Stromgigant American Electric Power (AEP) mit Sitz in Ohio glaubt, dass die Technologie für die Speichersysteme im Netz inzwischen kommerziell einsatzbereit ist. Im September 2006 bestellte AEP daraufhin die ersten drei solcher Batteriesysteme, die mehrere Megawattstunden speichern können – bis 2020 will man gar eine Gigawattstunde erreichen.

Neben so genannten Vanadium-Redox-Batterien, bei denen der Elektrolyt nicht in der Zelle eingeschlossen, sondern aus separaten Tanks nach Bedarf zugeführt wird, kommen als Zwischenspeicher Natrium-Schwefel-Akkumulatoren infrage: In Japan wird bereits seit Anfang der Neunzigerjahre im unteren Megawattstundenbereich mit solchen Systemen gearbeitet. Hersteller ist der Anbieter NGK Insulators aus Nagoya. AEP und andere US-Stromerzeuger ließen sich von Wirtschaftlichkeit und Verlässlichkeit der Technologie mit einer Demonstrationsanlage überzeugen, die im Juni 2006 in Charleston, West Virginia, ans Netz ging. Nun sollen erste Batterien im Echtnetzbetrieb getestet werden.

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(bsc)