Sensoren überwachen Medikamentenkonsum

Wissenschaftler am Georgia Institute of Technology haben eine Halskette entwickelt, die vergesslichen Patienten helfen soll, ihre Medikamente einzunehmen.

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Wissenschaftler am Georgia Institute of Technology haben eine Halskette entwickelt, die vergesslichen Patienten helfen soll, ihre Medikamente einzunehmen. Das System nennt sich "MagneTrace" und kann ganz genau festhalten, ob eine zuvor magnetisierte Pille oder Kapsel durch die Speiseröhre des Patienten gerutscht ist. Die Informationen werden dann an ein Smartphone oder einen Mini-Rechner geschickt. Das System kann die Patienten außerdem daran erinnern, wenn sie ihre Präparate nicht zum vorgeschriebenen Zeitpunkt einnehmen. Auch das medizinische Personal oder die Familie lassen sich informieren.

Maysam Ghovanloo, Juniorprofessor am Institut für Elektro- und Computertechnik an der Hochschule, entwickelte das Gerät zusammen mit seinem Masterstudenten Xueliang Huo. Die MagneTrace-Pillenkette, die ungefähr 28 Gramm wiegt, enthält die gleichen magnetischen Sensoren, wie man sie beispielsweise in einem GPS-Empfänger findet. Sie sind in Paaren um die Halskette angeordnet – drei Sensoren vertikal, drei horizontal. Zusammengenommen können sie jeden der kleinen Magnete erkennen, der in Pillen und Kapseln steckt – und zwar während seiner Reise durch die Speiseröhre.

Um das Gerät zu testen, konstruierten die Forscher einen Kunstkopf. Dazu wurde ein PVC-Rohr vom gleichen Durchmesser eines menschlichen Halses verwendet, in dem Kunststoff-Trinkröhrchen steckten. Die Halskette wurde um die Röhre gelegt. Dann wurden die magnetisierten Pillen in verschiedenen Ausrichtungen "eingenommen", um herauszufinden, wie viele Sensoren notwendig waren, um sie nachzuverfolgen. Auch der Algorithmus ließ sich so optimieren. In diesem Test ergab sich eine Genauigkeit von 94 Prozent. Die Mini-Magneten, die innerhalb des MangeTrace-Systems in Pillen und Kapseln eingebacken werden, sind rund, ungefähr zweimal so groß wie der Kopf einer Stecknadel und mit einem unlöslichen Polymer überzogen. Sie verlassen laut der Wissenschaftler innerhalb eines Tages den Körper wieder.

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(wst)