SAP-Gründer Hasso Plattner blickt pessimistisch ins neue Jahr

"Schlimmer als schlechte Aussichten sind gar keine. Es herrscht totaler Nebel. Wir haben keine Ahnung mehr, wie es weitergeht", sagte der 64-jährige Multimilliardär in einem Gespräch mit dem "Spiegel".

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Hasso Plattner, 64, Mitbegründer von SAP, blickt für seinen Softwarekonzern, aber auch für die Weltwirtschaft pessimistisch ins neue Jahr: "Schlimmer als schlechte Aussichten sind gar keine. Es herrscht totaler Nebel. Wir haben keine Ahnung mehr, wie es weitergeht", sagte der Multimilliardär in einem Gespräch mit dem Spiegel. "Die Welt hat viel zu sehr auf Pump gelebt – und tut es noch. Alle haben mitgemacht, nicht nur die Banken", so Plattner.

Kritik übte Plattner am kapitalismusfeindlichen Klima speziell in Deutschland: "Es gibt so eine Stimmung im Land, dass wir Kapitalismus eigentlich gar nicht mehr wollen. Es existiert aber nichts Besseres, trotz vieler Schwächen und Schattenseiten des Systems", sagte Plattner dem Nachrichten-Magazin. Verfechter linker Ideen wie Bundespräsidentschaftskandidat Peter Sodann, der sich seine DDR "nicht nehmen lassen" will, gehören für Plattner "in die Abteilung Kuriositätenkabinett". Andererseits stoßen ihm aber auch die Spekulationen des schwäbischen Investors Adolf Merckle auf: "Ich kann für Herrn Merckles Verlust kein Bedauern aufbringen. Auch wenn ich im großen Stil Geld verzocke, kann ich nicht nach dem Staat rufen wie Herr Merckle." Plattner selbst hat in den vergangenen Monaten allein durch den Wertverlust seiner eigenen SAP-Aktien über eine Milliarde Euro verloren. Das seien aber "erst mal nur Papierwerte". Die meisten Sorgen mache er sich zurzeit um seine Stiftung, die unter anderem in Potsdam ein Universitäts-Institut finanziert und mit SAP-Aktien unterlegt ist: "Natürlich verliert die Stiftung einfach Kapital, wenn die Kurse einbrechen. Auf diese Weise verschwinden eben doch ganz reale Werte." (se)