Bericht: Telekom trickst bei DSL-Kundenstatistik
Im zweiten Quartal dieses Jahres hat die Telekom bestehende T-Systems-Verträge umgebucht und diese der DSL-Neukundenstatistik der Sparte T-Home zugeführt, berichtet die "Financial Times Deutschland".
Mit Hilfe einer Umbuchung ist es der Deutschen Telekom gelungen, im zweiten Quartal dieses Jahres ihr Ziel von 40 Prozent Marktanteil bei DSL-Neukunden zu erreichen. Der Financial Times Deutschland (FTD) liegt nach eigenen Angaben eine interne E-Mail des Unternehmens vor, in der ein Mitarbeiter der Festnetzsparte T-Home im Juni über eine Umstellung auf die "richtige Zählweise" für 38.262 bestehende DSL-Anschlüsse berichtet, die zu dem Zeitpunkt bei der Geschäftskunden-Tochter T-Systems unter Vertrag waren. Bis dahin seien die Anschlüsse nicht als DSL-Endkunden in der T-Home-Statistik aufgetaucht, das sei aber falsch, habe der Mitarbeiter berichtet. Auch die T-Systems-Geschäftskunden seien normale Nutzer von DSL-Privatanschlüssen. Sie würden deshalb ab Mai 2008 als Endkunden von T-Home gezählt.
Für Mai 2008 habe sich der Marktanteil von T-Home bei DSL-Neukunden einmalig um "14 Prozentpunkte" erhöht, zitiert die FTD weiter aus der E-Mail. Die in die T-Home-Statistik eingegliederten Altverträge von T-Systems seien somit wie neu geworbene DSL-Neukunden gezählt worden. Nur dank der umdeklarierten Altanschlüsse sei die Telekom nach dem Quartalsabschluss wieder bei 40 Prozent gelandet, heißt es in dem FTD-Bericht. Würden die T-Systems-Anschlüsse bei der DSL-Neukundenstatistik ausgeklammert, wäre die Festnetzsparte im Frühjahrsquartal nur noch auf gut 35 Prozent Marktanteil bei den Neukunden gekommen.
Die Telekom bestreitet laut FTD die Rechentricks nicht. Es sei "eine Harmonisierung der Buchung vorgenommen" worden, habe ein Sprecher erkärt. Da die T-Systems-Anschlüsse zuvor nie als neue DSL-Zugänge in den Endkundenstatistiken von T-Home aufgetaucht seien, seien sie als Neukunden gezählt worden. (anw)