Ballone sollen Mobilkommunikation sichern

Eine deutsche Forschungsfirma hat ein Handy-Netz entwickelt, das im Katastrophenfall innerhalb kürzester Zeit installiert werden könnte – aus der Luft.

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Eine deutsche Forschungsfirma hat ein Handy-Netz entwickelt, das im Katastrophenfall innerhalb kürzester Zeit installiert werden könnte – aus der Luft, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Die sogenannte Helikites können immerhin bis zu 10 Kilogramm tragen und mehrere Tage in einer Höhe von 4000 Metern verbleiben, wenn das Wetter mitspielt. Sie transportieren Mobilfunkbasisstationen samt passender Antennen.

Alvaro Valcarce, Wissenschaftler beim deutschen Forschungsunternehmen TRiaGnoSys, hat das System entwickelt und beschreibt es in einer Studie mit dem Titel "Luftbasierte Basisstationen für Notsituationen und temporäre Anwendungen". Die flächenmäßige Abdeckung wäre dank der Nutzung mehrerer Ballone, die mit terrestrischen Antennen sowie mit Satellitentechnik an das Erdnetz angebunden werden, vergleichsweise breit. Das System soll ausgefallene Mobilfunktürme ebenso ersetzen wie bestehende Netze ergänzen.

Neben Notsituationen, in denen Hilfskräfte die Technik nutzen könnten, um sich untereinander abzustimmen, will TRiaGnoSys das System auch für Veranstaltungen einsetzen, beispielsweise die Olympischen Spiele. Hier müssen Netzbetreiber normalerweise zahllose mobile Basissationen aufbauen, die jeweils nur relativ kleine Radien abdecken. Eines der Hauptprobleme sei anfangs gewesen, die fliegende Ausrüstung mit bestehenden terrestrischen Netzwerken zu koordinieren, sagt Valcarce. Das leisten die Helikite mittlerweile.

Es gibt allerdings noch einige Probleme, die vor einer Serienreife stehen. Dazu gehört unter anderem das Festlegen der korrekten Höhe des Ballonnetzes. Diese bestimmt sowohl Abdeckung als auch Netzkapazität und Latenz. Diese Parameter sollen nun weiter erforscht und festgelegt werden.

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(bsc)