US-Regulierer erteilt Kopierschutzwünschen der Filmindustrie eine Absage

Der scheidende Vorsitzende der Federal Communications Commission (FCC) will das bestehende Verbot eines HD-Kopierschutzverfahrens nicht zu Gunsten der Motion Picture Association of America (MPAA) aufheben.

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Die US-Filmindustrie ist mit ihrem Versuch, ein umstrittenes Kopierschutzverfahren für HD-Formate einzusetzen, zunächst gescheitert. Der Hollywood-Verband Motion Picture Association of America (MPAA) hatte im Sommer 2008 beantragt, für den Kopierschutz von HD-Filmen im PayTV das von der FCC untersagte Verfahren Selectable Output Control (SOC) einsetzen zu dürfen. Der Vorsitzende der US-Regulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC), Kevin Martin, hat US-Medienberichten zufolge dazu erklärt, diesen Antrag derzeit nicht zu unterstützen.

Damit ist die Angelegenheit vorerst vom Tisch. Allerdings wird nach der Amtsübernahme des neuen US-Präsidenten Barack Obama mit einer Umbesetzung der FCC gerechnet. Der Republikaner Martin dürfte trotz seines bis 2011 laufenden Vertrages vorzeitig aus dem Amt ausscheiden. Die MPAA könnte ihr Glück bei dem nächsten Chef-Regulierer erneut versuchen. Ihre Wünsche an den neuen Präsidenten hat die Branche unterdessen bereits formuliert.

Die MPAA hatte den Einsatz von Selectable Output Control zum Schutz eines geplanten neuen Vermarktungsmodells gefordert. Die Branche überlegt, neue Filme schon bald nach der Kinoauswertung und deutlich vor dem DVD-Start in High Definition als kostenpflichtiges Programm im Kabel anzubieten. Um diese Ausstrahlungen gegen unerlaubtes Kopieren abzusichern, forderte die MPAA eine Lockerung des SOC-Verbots.

Mit Selectable Output Control können analoge Schnittstellen für digital geschützte Inhalte gezielt deaktiviert werden. Die Wiedergabemöglichkeiten für HD-Filme lassen sich damit auf HD-Geräte beschränken, die ein gemeinsames Kopierschutzverfahren unterstützen. Die SOC-Initiative der MPAA war bei Bürgerrechtlern auf heftigen Widerstand gestoßen. Sie kritisieren die erweiterte Kontrolle der Industrie über die Endgeräte der Verbraucher. (vbr)