Axel Springer baut Digitalgeschäft aus
Axel Springer hat im zweiten Quartal Rückgänge im Printgeschäft nicht ganz mit dem Ausbau seiner digitalen Aktivitäten kompensieren können. Mit der Bezahlschranke und den Digitalabos der Zeitung "Die Welt" zeigt sich der Verlag sehr zufrieden.
(Bild:Â dpa, Maurizio Gambarini)
Der Medienkonzern Axel Springer hat im zweiten Quartal Rückgänge im Printgeschäft nicht ganz mit dem Ausbau seiner digitalen Aktivitäten kompensieren können. Zwischen April und Juni sei der Umsatz konzernweit leicht um 0,9 Prozent auf 823,7 Millionen Euro gefallen, teilte Springer mit. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen ging auf 171,6 (Vorjahreszeitraum: 172,2) Millionen Euro zurück.
Erstmals lege Springer Zahlen über die Entwicklung der digitalen Abonnements der Zeitung Die Welt vor. Gut ein halbes Jahr nach dem Start des kostenpflichtigen Modells habe Die Welt mehr als 47.000 Abonnenten im Netz. Der Stand Ende Juni entspreche mehr als 20 Prozent der verkauften Auflage der Welt von 227.248 Exemplaren (2. Quartal), hieß es von Springer. Zusätzlich hätten sich 27.000 Print-Abonnenten einen Zugang zu den Angeboten für PC, Smartphone und Tablet freischalten lassen. Mit dem Bezahlmodell können bis zu 20 Artikel im Monat kostenlos gelesen werden, danach müssen Leser ein Abo abschließen.
(Bild:Â dpa, Axel Springer AG)
Es gebe eine wachsende Zahlungsbereitschaft für Journalismus auch in der digitalen Welt, erklärte Axel Springer weiter. Mehr als Dreiviertel der Nutzer entschieden sich nach einem Test trotz vieler kostenlosen Alternativen für die Fortführung des Digital-Abos, sagte der Chefredakteur der Welt-Gruppe, Jan-Eric Peters. Stephanie Caspar, Verlagsgeschäftsführerin der Welt-Gruppe, sprach von einer positiven Zwischenbilanz. Mit dem neuen Modell würden bereits "signifikante" Vertriebserlöse bei weiter wachsenden Werbeeinnahmen erzielt. Die Welt hatte im Dezember 2012 als erste überregionale Zeitung in Deutschland ein digitales Abosystem eingeführt.
Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner will den Konzern nach eigenen Worten zum führenden digitalen Unternehmen entwickeln. Vor zwei Wochen hatte Springer den Verkauf der Regionalzeitungen Hamburger Abendblatt und Berliner Morgenpost sowie mehrerer Zeitschriften, darunter Hörzu, an die Funke Mediengruppe (Westdeutsche Allgemeine Zeitung) bekanntgegeben. Nach der Welt hat mittlerweile auch die Bild-Zeitung mit "Bild+" ein Bezahlangebot im Netz gestartet.
(jk)