"Predictive Analytics" soll Windkraft-Output vorhersagen
IBM-Forscher arbeiten an neuartigen Algorithmen fĂĽr meteorologische Nahbereichsvorhersagen.
Forscher bei IBM arbeiten an einer Software, die eine bessere Vorhersage erlauben soll, welche Strommengen Windräder und Solarmodule in Zukunft produzieren können, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Dabei werden neuartige Algorithmen aus der Datenanalyse verwendet, deren Grundlage genaue Sensorinformationen sind. Beim sogenannten Prediction-Analytics-Ansatz soll ein breiter Vorhersagezeitraum möglich sein – von 15 Minuten bis zu 30 Tagen. Erste Tests an einem kombinierten Solar- und Windkraftwerk im chinesischen Zhangbei laufen.
Bessere Daten und Vorhersagemodelle sollen erneuerbare Energieträger kostengünstiger für Kraftwerksbetreiber machen, weil sie dann weniger Stand-by-Leistung aus Kohle, Gas oder Atom vorhalten müssen. "Wenn man den Wind-Output nur 15 Minuten im Voraus vorhersagen könnte, ließen sich die Kapazitätsanforderungen bereits reduzieren", sagt Erik Ela, leitender Ingenieur am amerikanischen National Renewable Energy Laboratory (NREL).
Die Kraftwerksbetreiber setzen derzeit auf die Hilfe von Spezialfirmen, um Wind- und Sonnenvorhersagen erstellen zu lassen, die auf Wettermodellen und anderen meteorologischen Daten basieren – darunter Luftgeschwindigkeitsmessern an den Windrädern selbst. Doch die sind oft nicht sehr zuverlässig, weil dem Wind bereits Teile seiner Energie entzogen wurde und Vibrationen die Sensoren durcheinanderbringen.
IBM-Wissenschaftler Lloyd Treinish, Forschungsleiter bei dem neuen Vorhersagesystem, meint, man setze bei dem Projekt in China deshalb auf die Analyse der Daten aller Windräder, um so eine genauere Bewertung von Windgeschwindigkeit und Windrichtung zu erhalten. Einzelne fehlerhafte Messwerte lassen sich so ausgleichen. Für Solaranlagen wird mit Wolkenkameras vor Ort gearbeitet.
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(bsc)