Später Erfolg für radikales Sparkonzept

Bereits vor neun Jahren baute Audi ein Auto, das mit viel Hightech geringen Spritverbrauch und Luxus vereinte. Doch der Erfolg stellt sich erst lange nach der Einstellung der Produktion ein, berichtet Technology Review in seiner aktuellen Ausgabe.

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Bereits vor neun Jahren baute Audi mit dem A2 ein Auto, das mit viel Hightech geringen Spritverbrauch und Luxus vereinte. Der kommerzielle Erfolg stellt sich erst jetzt ein, lange nach der Einstellung der Produktion, berichtet Technology Review in seiner aktuellen Ausgabe 04/08 (seit dem 20. 3 am Kiosk oder portokostenfrei online zu bestellen).

1990 hatte der damalige Audi-Chef Ferdinand Piëch angekündgt, dass der VW-Konzern bis zum Ende des Jahrtausends ein 3-Liter-Auto bauen werde. 1997 stellte das Unternehmen eine Konzeptstudie vor, die diese Vorgabe in einer bis dahin nicht erreichten technischen Radikalität umsetzte: Der so genannte Luftwiderstandsbeiwert etwa lag bei nur 0,252, ein Wert, der bis heute von keinem Serienfahrzeug unterboten wurde. Dank Alu-Rahmen bringt der A2 zwischen 895 und 1030 Kilo auf die Waage - rund 150 Kilo weniger, als bei Fahrzeugen dieser Größenordnung üblich.

Viele Detailoptimierungen wurden unter Einsatz damals gerade neuer Berechnungsmethoden entwickelt. Die 3-Liter-Version des A2 verwendet beispielsweise schmalere Reifen mit weniger ausgestellten Radläufen und spezielle strömungsgünstige Radkappen; besonders ihr Unterboden wurde aufwendig optimiert. Weitere Verbesserungen betrafen das Gewicht. So konnte man dank abfallendem Dach und großem Heckspoiler auf einen Heckscheibenwischer verzichten - allein die Luftströmung hält die Heckscheibe frei. Doch der kommerzielle Erfolg blieb zunächst aus: Etwa 176.000 Exemplare des A2 wurden produziert, darunter nur 6450 3-Liter-Modelle. Mangels Nachfrage standen viele von ihnen lange auf Halde und wurden später mit Preisnachlässen abverkauft.

Von Technikern begeistert, von normalen Kunden aber wenig enthusiastisch aufgenommen, scheint der dank Aluminium langlebige A2 heute allerdings auf dem Weg zum Klassiker - so gab es auch der frühere Audi- und heutige VW-Chef Martin Winterkorn kürzlich in der "ADAC Motorwelt" zu Protokoll. Den Beleg dafür liefert der Gebrauchtmarkt: Beim Autoportal Mobile.de zum Beispiel machte der A2 Anfang März 0,12 Prozent der Anfragen, jedoch nur 0,06 Prozent der Angebote aus - die Nachfrage war also doppelt so hoch wie das Angebot, während es bei der Mercedes-A-Klasse als direktem Konkurrenten sechsmal so viele Angebote wie Nachfragen gab.

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(wst)