ProSiebenSat.1 stagniert
Die Fernsehgruppe leidet unter sinkenden Werbeeinnahmen und mangelnder Akzeptanz des neuen Vermarktungsmodells. Nun will der Konzern 70 Millionen Euro einsparen, rechnet fĂĽr das Gesamtjahr aber dennoch nur mit einem stagnierenden Ergebnis.
Der TV-Konzern ProSiebenSat.1 kämpft weiter mit Schwierigkeiten beim Verkauf seiner Werbezeiten und musste im zweiten Quartal 2008 Umsatzeinbußen sowie einen operativen Gewinnverlust hinnehmen. "Die erste Jahreshälfte war nicht einfach", sagte Noch-Vorstandschef Guillaume de Posch am heutigen Mittwoch anlässlich der Ergebnispräsentation. Das neue Vermarktungsmodell des Unternehmens sei nicht von allen Kunden angenommen worden. Darüber hinaus habe sich die von der öffentlich-rechtlichen Konkurrenz übertragene Fußball-Europameisterschaft negativ auf die Werbeeinnahmen in Deutschland ausgewirkt.
Im zweiten Quartal sank der Umsatz des Konzerns um vier Prozent auf 801,9 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) gab um 16,6 Prozent auf 203,7 Millionen Euro nach. Dagegen steigerte das Unternehmen den Nettogewinn von 51,3 auf 59,5 Millionen Euro. Die Vergleichswerte wurden unter BerĂĽcksichtigung der Ergebnisse der ĂĽbernommenen skandinavischen Senderkette SBS errechnet. Die von den Investment-Gesellschaften KKR und Permira kontrollierte Sendergruppe will nun Kosten senken und etwa 70 Millionen Euro sparen.
Zwar rechnet der Konzern im zweiten Halbjahr mit einer leichten Besserung, fĂĽr das Gesamtjahr aber allenfalls mit einem stagnierenden Ergebnis. "Wir mĂĽssen jedoch klar sagen, dass dieses Ergebnisziel mit Unsicherheiten behaftet ist", warnte de Posch. Neben den Problemen am Werbemarkt wĂĽrden sich im zweiten Halbjahr voraussichtlich auch die Olympischen Spiele bemerkbar machen.
ProSiebenSat.1 sitzt nach der Übernahme von SBS auf einem Schuldenberg von rund 3,6 Milliarden Euro. Hinzu kommen Probleme mit dem neuen Werbezeitenmodell, das auf Druck des Kartellamtes eingerichtet wurde. Das neue Vermarktungsmodell wird von den Kunden jedoch nicht angenommen. Der zuständige Marketing- und Vertriebsvorstand Peter Christmann hatte daraufhin seinen Hut genommen. Vorstandschef de Posch hat seinen Abschied für Ende des Jahres angekündigt. (vbr)