ver.di: Telekom baut Stellen und Standorte im Netzmanagement ab

Die Gewerkschaften fĂĽrchten im Zuge der Infrastrukturumstellung auf NGN darĂĽber hinaus weitere Entlassungen im Netzwerkbereich der Telekom.

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Die Telekom baut nach Angaben der Gewerkschaft ver.di in Hessen 250 Stellen im Netzmanagement ab. Betroffen seien die Standorte Heusenstamm bei Frankfurt mit 140 und Fulda mit 110 Arbeitsplätzen, sagte Michael Wahl von ver.di am heutigen Freitag in Fulda der dpa. Die betroffenen Stellen würden entweder wegfallen oder nach Ulm, Stuttgart und Bamberg verlagert werden. Ein Sprecher der Telekom sprach von "Spekulationen" und wollte die Zahlen nicht bestätigen: "Wir sind zwar gerade bundesweit in einer Umstrukturierungsphase, aber es gibt noch keinerlei Beschlüsse".

Bundesweit sollen nach Angaben der Gewerkschaft 38 der 41 Standorte des Netzmanagements geschlossen und die Hälfte der insgesamt 4000 Arbeitsplätze gestrichen werden. In den kommenden Jahren sieht ver.di bundesweit bis zu 10.000 Arbeitsplätze im Netzbetrieb der Telekom bedroht und macht dafür den Ausbau der Glasfasertechnik und die Zusammenführung unterschiedlicher Sprach- und Datennetze mit verantwortlich. Mit dem Übergang der Infrastruktur zu Next Generation Networks (NGN) werden bestimmte Ressourcen nicht mehr benötigt.

Die Telekom bestätigte Überlegungen zur Umstrukturierung ihrer Standortkarte. "Wir haben aus unserer Historie heraus eine sehr kleinteilige Struktur mit teilweise nur zehn Mitarbeitern an einem Standort. Das ist ineffizient und kann nicht so bleiben", sagte ein Sprecher. Dennoch gebe es keinerlei Beschlüsse über die Schließung von Standorten. "Wenn es notwendige Maßnahmen geben sollte, würden wir das mit den Mitarbeitern besprechen und sozial gestalten. Aber da ist noch nichts entschieden", sagte der Telekom-Sprecher laut dpa.

Insgesamt plant die Telekom, von 2005 bis Ende dieses Jahres 32.000 Stellen abzubauen. In diesem Zusammenhang könnten in Fulda bei der Störungsbeseitigung weitere 40, beim Personalmanagement 30 und in der Buchhaltung ebenfalls 30 Arbeitsplätze wegfallen oder ins Ausland verlagert werden. So würden einige Jobs nach Ungarn und nach Indien gehen. Eine Entscheidung über die Call-Center mit 200 Stellen in Fulda sei noch nicht getroffen.

Die Telekom will unterdessen weitere Sparmöglichkeiten ausloten und schließt auch einen Arbeitsplatzabbau über das bisher beschlossene Maß hinaus nicht aus. (vbr)