Deutsches Institut für Endlagerforschung eingerichtet
An der TU Clausthal wird künftig erstmalig in Deutschland zentral zum Thema Management radioaktiver und umweltgefährdender Abfälle geforscht und studiert.
Am Montag ist das bundesweit erste und einzige Institut für Endlagerforschung offiziell an den Start gegangen. Die Einrichtung ist an der TU Clausthal angesiedelt und soll die wissenschaftliche Arbeit zum Thema Endlagerung radioaktiver und umweltgefährdender Abfälle an einem universitären Ort vereinigen. Angeboten wird auch der weltweit einzigartige Studiengang "Radioactive and hazardous waste management", der ab dem Wintersemester 2007/2008 läuft. Das Institut erhält dazu eine von der Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) für sieben Jahre finanzierte Stiftungsprofessur für Endlagersysteme.
Professor Kurt Mengel, geschäftsführender Leiter des Instituts, sagte gegenüber dem Technologiemagazin Technology Review, es gäbe noch genügend Forschungsbedarf in dem Bereich: "Jeder Salzstock und auch jede andere Gesteinsformation muss so untersucht werden, dass nach eingehenden Betrachtungen der naturwissenschaftlichen und technischen Seite sämtliche Fakten über die Langzeitsicherheit des Standortes nachprüfbar auf den Tisch gelegt werden können." Dies gelte auch für bestehende Erkundungsprojekte wie Gorleben.
Die zukünftigen Chancen der Studierenden seines Instituts sieht er dementsprechend positiv: "Heutzutage weiß niemand, der ein Studium anfängt, wie seine Berufsaussichten sind – Stichwort: Schweinezyklus. Die Verbringung von gefährlichen Abfällen in tiefe geologische Formationen wird aber ein Dauerthema der nächsten zwei Generationen sein." Selbst für den Fall, dass heute der große Hebel umgelegt und sämtliche AKWs heruntergefahren würden, hätte die Gesellschaft doch das Problem des Abfalls zu lösen, betonte der Institutsleiter.
Das ganze Interview mit Mengel in Technology Review online:
(bsc)