Microsoft Research forscht an energieeffizienten Serverräumen
Sensoren und Lastverteilungsalgorithmen sollen die Abschaltung einzelner Sektionen ermöglichen, ohne dass die Nutzer es merken.
Rechenzentren werden immer mehr zu großen Stromfressern. Eine Studie der US-Umweltschutzbehörde EPA, die kürzlich dem amerikanischen Kongress vorgelegt wurde, spricht davon, dass die in dem Land vorgehaltene IT-Infrastruktur bereits 2006 rund 61 Milliarden Kilowattstunden benötigte. Das entsprach 1,5 Prozent des Gesamtstrombedarfs in dem Land. Kein Wunder, dass es inzwischen zahlreiche Wissenschaftsprojekte gibt, mit denen versucht wird, Serverräume "grüner" zu machen, indem der Energiebedarf gesenkt wird. Dabei ist nun auch die Forschungsabteilung des Softwarekonzerns Microsoft, berichtet das Technologiemagazin Technology Review in seiner Online-Ausgabe.
Das innerhalb der "Network Embedded Computing"-Gruppe bei Microsoft Research entstandene Projekt setzt auf ein zweistufiges Modell. Idee eins: Neue Algorithmen machen es möglich, Server von Last zu befreien und sie in einen Schlafmodus zu versetzen. Idee zwei: Sensoren bestimmen, welche Server am besten abgeschaltet werden – und zwar basierend auf den Umgebungsbedingungen in den verschiedenen Bereichen des Rechenzentrums. Werden dabei besonders aktive "Hotspots" eliminiert und die aktive Rechenleistung auf ein Minimum heruntergeschraubt, glauben die Forscher an eine Senkung des Energiebedarfs von bis zu 30 Prozent. Die Sensoren, erläutert Studienleiter Feng Zhao, reagierten genauso auf Hitze wie auf Feuchtigkeit. Sie können vernetzt und mit Hilfe von Web-Diensten gesteuert werden. Zhao wünscht sich "eine neue Art von wissenschaftlichem Instrument" für den Serverraum, das sich auch für andere Projekte nutzen lasse. Erste Prototypen existieren bereits.
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(bsc)