Hansenet kann weiter zulegen
Der Hamburger Netzbetreiber kann Umsatz und Gewinn verdoppeln, bleibt beim Neukundengewinn aber hinter dem Hauptkonkurrenten zurĂĽck.
Der Hamburger Provider Hansenet ("Alice DSL") sieht sich weiter auf einem guten Weg, um auf dem von einem harten Preiskampf erschütterten deutschen Telekommunikationsmarkt zu bestehen. Die Tochtergesellschaft der Telecom Italia konnte mit dem abgelaufenen dritten Abschnitt 2007 auch dank der Anfang des Jahres von AOL übernommenen rund 2 Millionen Breitbandkunden im Jahresvergleich deutlich zulegen. Für die ersten neun Monaten des Geschäftsjahres weist Hansenet eine Umsatzverdoppelung von 375 auf 767 Millionen Euro aus. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg analog von 99 auf 197 Millionen Euro.
Zum Stichtag Ende September weist Hansenet 2.244.000 Privat- und Geschäftskunden aus. Im Vergleich zum zweiten Jahresabschnitt gewann der Anbieter 64.000 neue Kunden dazu und bleibt damit hinter United Internet zurück. Die Nummer Zwei hinter der Telekom konnte im vergangenen Quartal knapp 120.000 DSL-Neukunden begrüßen und seine Schwächeperiode damit überwinden. Im vergangenen Geschäftsjahr bediente Hansenet zum 30. September 840.000 Kunden. Hansenet wies auf das im Mai erfolgreich lancierte Mobilfunkangebot hin, mit dem Familienmitglieder in den Alice-Netzen untereinander grundgebührenfrei telefonieren können. Allein im dritten Quartal hätten sich 100.000 Kunden für diese Option entschieden, sodass nunmehr 207.000 Kunden mit Alice mobil telefonierten.
Unterdessen soll die Integration der DSL- und Schmalband-Kunden von AOL sowie deren Wechsel zu Alice-Produkten "sehr erfolgreich" verlaufen und sich im Rahmen der Erwartungen bewegen. Fraglich ist, wie hoch diese Erwartungen im zunehmend an Bedeutung verlierenden Schmalbandbereich noch sind. Die Tageszeitung Die Welt hatte erst kürzlich von einem Exodus der Schmalbandkunden berichtet, hinter dem Absicht oder zumindest erhebliche Nachlässigkeit seitens des Unternehmens stecke.
Hansenet hatte die Bandbreite seiner Anschlüsse erst kürzlich durchgehend auf 16 MBit/s umgestellt. Bis Ende des Jahres will der Carrier zudem sein IPTV-Angebot Alice homeTV auf 50 weitere Städten ausdehnen und dann in 150 deutschen Städten streamen. Ein ambitioniertes Projekt verfolgt der Netzbetreiber an seinem Stammsitz Hamburg. Mit einem eigenen Glasfasernetz will Hansenet bis zu 100 MBit/s in Hamburger Haushalte bringen und seine Marktführerschaft in der Hafenstadt damit nachhaltig sichern. Ähnliche Projekte sind von anderen Carriern in Köln und München gestartet worden. (vbr)