Ver.di weitet Telekom-Warnstreiks auf den Norden aus

Nach Frankfurt, Berlin, dem SĂĽdwesten und anderen Regionen finden heute erstmals nach der dritten Tarifrunde auch Warnstreiks in Hamburg und Schleswig-Holstein statt.

vorlesen Druckansicht 35 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • dpa

Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Telekom gibt es heute erstmals auch in Hamburg und Schleswig-Holstein Warnstreiks. Wie die Gewerkschaft ver.di mitteilte, sind Telekom-Mitarbeiter an den Standorten in Hamburg, Heide, Kiel und Elmshorn dazu aufgerufen, sich an den Warnstreiks zu beteiligen. Die befristeten Arbeitsniederlegungen waren fĂĽr die Zeit von 7.00 bis 9.00 Uhr geplant, in Elmshorn treten Telekom-Mitarbeiter von 11.00 bis 13.00 Uhr in den Ausstand. Mit den Warnstreiks soll der Forderung nach deutlich mehr Geld Nachdruck verliehen werden.

"Wir sind bereit zu kämpfen und halten unsere Forderung nach einer spürbaren Entgelterhöhung aufrecht", sagte ver.di-Fachbereichsleiter Jürgen Sauer. Die Gewerkschaft will Einkommensverbesserungen von 8,5 Prozent, mindestens aber 220 Euro monatlich bei einer Laufzeit von zwölf Monaten erreichen.

Am Mittwoch war die dritte Tarifrunde ohne Ergebnis vertagt worden. Die Telekom hatte zum Ende der zweiten Verhandlungsrunde vor zwei Wochen ein Angebot für die 83.000 Tarifbeschäftigten und Beamten vorgelegt, dass die Gewerkschaft als "Zumutung und Mogelpackung" bezeichnete.

Das Angebot sieht eine Entgelterhöhung um 3,0 Prozent vom 1. Januar 2009 an und ein Jahr später um weitere 2,5 Prozent vor. Zugleich wurden eine Verlängerung des Kündigungsschutzes um ein Jahr angeboten und die Möglichkeit für Nachverhandlungen in Aussicht gestellt, sollte die Inflation 2009 über 1,5 Prozent liegen. Die vierte Verhandlungsrunde ist für den 26. und 27. Februar im Raum Bonn angesetzt.

"Jetzt werden die Beschäftigten auch in Hamburg und Schleswig- Holstein deutlich machen, dass das bisherige Angebot bei weitem nicht ausreicht", sagte ver.di-Funktionär Sauer. Die Hinhaltetaktik des Arbeitgebers sei "völlig inakzeptabel". Am Mittwoch waren rund 500 Beschäftigte aus Frankfurt und Umgebung zu einer Protestveranstaltung aufgerufen worden. Es folgten Warnstreiks unter anderem im Südwesten, in Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Berlin.

Siehe dazu auch:

(dpa) / (anw)