Gericht verurteilt Phenomedia-Manager

Nach vier Jahren Prozessdauer verhängte das Gericht mehrjährige Haftstrafen gegen den Chef und den Finanzmanager der durch das Moorhuhnspiel international bekannt gewordenen New-Economy-Firma.

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Von
  • Angela Meyer

Nach über vier Jahren hat das Bochumer Landgericht im Betrugsprozess gegen zwei Manager der Phenomedia AG gestern Haftstrafen verhängt. Nach ihrem zunächst kometenhaften Aufstieg als Vertreiber des Moorhuhnspiels hatte sich die New-Economy-Firma 2002 mit einem Bilanzskandal fast ruiniert. Der frühere Chef Markus Scheer und sein damaliger Finanzvorstand erhielten nun nach Agenturberichten drei Jahre und zehn Monate beziehungsweise drei Jahre Haft.

Die Staatsanwaltschaft hatte Klage wegen Bilanzschwindel, Insiderhandel, Steuerhinterziehung und Erpressung erhoben und viereinhalb beziehungsweise dreieinhalb Jahre Haft gefordert. Scheer gab in der Verhandlung zu, Bilanzen frisiert, Umsätze vorgetäuscht, Verträge gefälscht und Kredite erschwindelt zu haben, um sich am Neuen Markt halten zu können, beruft sich aber darauf, dass das System ihm praktisch keine andere Wahl gelassen habe. Wegen des überlangen Verfahrens werden ihnen 15 Monate als bereits verbüßt angerechnet.

2004 hatte die mit Hilfe deutscher und niederländischer Investoren gegründete phenomedia publishing GmbH Teile der insolventen Phenomedia AG inklusive der Moorhuhnrechte übernommen. 2008 schrieb das von Helge Borgarts geleitete Nachfolgeunternehmen erstmals schwarze Zahlen. (anm)