Atari kommt nicht zur Ruhe
Der angeschlagene Traditionshersteller verabschiedet sich wieder von seinem neuen Chef und endgĂĽltig von der Spieleentwicklung.
Die Traditionsmarke Atari verabschiedet sich endgültig von der Spieleentwicklung in den USA und soll dort künftig nur noch mit Veröffentlichung und Vertrieb von Computerspielen Geld verdienen. Gleichzeitig mit dieser erneuten Restrukturierung gab das angeschlagene US-Unternehmen die Trennung von CEO David Pierce bekannt, der erst im September 2006 die Führung bei Atari übernommen hatte. Vorübergehend wird der Restrukturierungsbeauftrage Curtis Solsvig nun die Geschäfte führen. Solsvig war im vergangenen Monat nach einer Entlassungswelle im Vorstand eingesetzt und mit der Umstrukturierung des Unternehmens beauftragt worden.
Die beschlossenen Maßnahmen reihen sich in eine lange Kette von Bemühungen, den schlingernden Spieleanbieter auf Kurs zu bringen. Im Rahmen der letzten Restrukturierung hatte sich Atari USA bereits von einigen Entwicklungsstudios und Titeln wie "Driver", "Stuntman" und "Matrix" getrennt. Wie das Unternehmen weiter bekannt gab, gehen die Rechte an "Test Drive" für eine Vorabzahlung von 5 Millionen US-Dollar an die Konzernmutter Infogrames, die 51 Prozent an Atari hält.
Mit dem Abschied von der Eigenentwicklung sind erneute Entlassungen verbunden. Wie viele US-Mitarbeiter von der Restrukturierung betroffen sein werden, sagte das Unternehmen jedoch nicht. Erst im Mai dieses Jahres hatte Atari ein FĂĽnftel seiner Mitarbeiter entlassen. (vbr)