Fünf Jahre vor und zurück
Vor fünf Jahren habe ich fünf Prognosen für 2013 aufgestellt. Welche von ihnen eingetroffen sind – und was ich für die nächsten fünf Jahre erwarte.
Vor fünf Jahren habe ich fünf Prognosen für 2013 aufgestellt. Welche von ihnen sind eingetroffen?
Fünf Jahre sind eine schöne Zeit für Vor- und Rückblicke. Einerseits ist der Zeitraum kurz genug, dass die damaligen Ereignisse noch gut im Gedächtnis sind. Andererseits ist er lang genug, dass sich technologisch wirklich was tut. Vor fünf Jahren gab es zum Beispiel noch keine Tablet-PCs, das erste Android-Handy kam gerade erst auf den Markt, der Platzhirsch unter den sozialen Netzwerken hieß nicht Facebook, sondern MySpace. Und die deutsche Ausgabe von Technology Review feierte ihren fünften Geburtstag. Aus diesem Anlass habe ich damals fünf Thesen für das Jahr 2013 aufgestellt:
1. Jeder größere Autobauer hat ein rein elektrisches Modell im Programm.
Noch ist es nicht soweit, aber spätestens Mitte nächsten Jahres wird es so sein.
2. In jeder Großstadt gibt es einen Copy-Shop mit einem 3D-Drucker.
Lässt sich nicht so einfach überprüfen, aber wer heute einen 3D-Drucker braucht, findet auch einen – und sei es als Online-Dienst.
3. Die Pläne für ein Atommüll-Endlager sind nicht konkreter als heute.
Bingo. Ich denke, das kann man so gelten lassen.
4. E-Book-Reader werden so gebräuchlich sein wie heute MP3-Player.
In den USA stimmt das schon, in Deutschland ist es abzusehen.
5. In den Wirtschaftsnachrichten wird über den Kurs von CO2-Zertifikaten genauso regelmäßig berichtet werden wie über Ölpreis, Dax und Dow.
Nun gut, damit lag ich voll daneben.
Und wie geht es jetzt weiter? Hier meine Prognosen für 2018:
- Die Preise für CO2-Zertifikate werden nicht über zehn Euro pro Tonne steigen.
- Der Zubau an erneuerbarer Energie verlangsamt sich.
- Der Strommarkt wird nicht reformiert, die Endkundenpreise steigen weiter.
- Die Zahl reiner Elektrofahrzeuge wird sich hierzulande im niedrigen sechsstelligen Bereich bewegen; Plug-In-Hybride werden das Autosegment mit den meisten Neuzulassungen bilden.
- Die ersten Viren für Auto- und Haustechnik sind im Umlauf. Der nächste große Datenschutzskandel wird Autohersteller und Anbieter von Haustechnik betreffen.
Wenn Sie langfristigere Prognosen hören wollen – wir haben für unser zehnjähriges Jubiläumsheft (ab dem 26. September am Kiosk) zwölf Experten wie Google-Forschungschef Peter Norvig, Biotech-Pionier Craig Venter und Ex-US-Energieminister Steven Chu nach ihren Vorhersagen für die nächsten zehn Jahre befragt. (grh)