T-Mobile Austria und tele.ring: Über 1000 Mitarbeiter weniger
Nach der Übernahme von tele.ring durch die österreichische T-Mobile werden bis Ende kommenden Jahres insgesamt 1000 Stellen abgebaut worden sein.
Was vor der Übernahme von tele.ring durch T-Mobile Austria noch dementiert wurde, ist nun traurige Gewissheit: Bei dem österreichischen Mobilfunker werden am Ende über 1000 Arbeitsplätze abgebaut worden sein. Rechnerisch hatten T-Mobile und tele.ring vor der Übernahme zusammen rund 2500 Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente). Aktuell sind es noch 1650 Stellen, 131 Personen haben heute ihre Kündigung erhalten. Bis Ende 2008 soll das Unternehmen nur noch 1400 bis 1500 vollzeitäquivalente Stellen haben.
Der Weg dorthin soll, von der aktuellen Kündigungswelle abgesehen, über die natürliche Fluktuation führen – und die ist bei T-Mobile Austria beachtlich. Insbesondere ehemalige tele.ring-Angestellte haben das Unternehmen seit der Übernahme in Scharen verlassen, darunter auch Mitarbeiter der Führungsebene. Prominentes Beispiel ist der ehemalige tele.ring-Marketingchef Peter Nebenführ. Er wurde im August 2006 zum Marketingleiter von T-Mobile sowie tele.ring ernannt und warf nur wenige Tage später das Handtuch. Die Unternehmenskulturen der beiden Firmen dürften zu unterschiedlich gewesen sein. Insgesamt sind in gut 18 Monaten rund 500 Mitarbeiter gegangen.
"Heute habe ich mich nicht wohlgefühlt. Aber ich habe die Überzeugung gehabt, dass es notwendig ist", sagte der österreichische T-Mobile-Chef Robert Chvátal am heutigen Donnerstag über die ausgesprochenen Kündigungen. "Wir müssen uns anders ausrichten, das geht nicht anders". Der aktuelle Abbau von 131 Arbeitsplätzen sei Teil einer Neuorganisation und betreffe alle Bereiche des Unternehmens mit Ausnahme von Verkauf und Kundenbetreuung. Diese sollen künftig eine gemeinsame Organisationseinheit bilden. Durch die Eröffnung von sechs neuen tele.ring-Geschäften würden dort sogar 22 neue Arbeitsplätze geschaffen. Chvátal begründete etwa die Mitarbeiterreduktion im Technikbereich damit, dass künftig Wartung statt Ausbau im Mittelpunkt stehen werde.
Ein mit dem Betriebsrat vereinbarter Sozialplan soll die Folgen für die Betroffenen abfedern. Wer nicht aus eigenen Stücken früher geht, kann sich auf eine um sechs Wochen verlängerte Kündigungsfrist verlassen. Darüber hinaus gibt es eine freiwillige Zuzahlung, deren Höhe von der Dauer der Betriebszugehörigkeit abhängig ist. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit zur Teilnahme an Aktivitäten einer Arbeitsstiftung. Angeboten werden dort beispielsweise Qualifizierungsmaßnahmen, um die Chancen auf eine neue Anstellung zu erhöhen. Sonderzahlungen für Mitarbeiter, die freiwillig selbst kündigen, sind nicht vorgesehen. (Daniel AJ Sokolov) / (vbr)