Automat statt Scheck
Mit einfach zu bedienenden Bezahlautomaten will das russische Start-up Qiwi den amerikanischen Finanzmarkt aufrollen.
So hochtechnisiert sich die Vereinigten Staaten auch geben, die meisten Rechnungen werden in dem Land weiterhin per Papierscheck bezahlt. Ausgerechnet eine russische Firma schickt sich nun an, dies zu ändern, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe: Das IT-Unternehmen Qiwi will dazu zahlreiche Bezahlautomaten errichten.
In Russland gibt es solche Terminals schon seit mehr als zehn Jahren, mittlerweile sind es rund 150.000 Stück. Sie stehen fast überall: in Supermärkten, Einkaufszentren, Bahnhöfen, sogar in Unterführungen. Täglich wickeln sie mehr als zwölf Millionen Transaktionen ab, von der Geldanweisung bis zur Kredittilgung. Auch die meisten Handygespräche werden über solche Automaten vorab bezahlt.
Der Vorgang ist denkbar einfach: Auf dem Touchscreen wählt der Nutzer zuerst, welche Art von Rechnung er bezahlen will – Strom, Wasser, Gas oder Telefon. Um beispielsweise ein Prepaid-Handy aufzuladen, tippt er den Mobilfunkanbieter an, gibt seine Telefonnummer ein und steckt Geldscheine in den Automaten. Der Automat spuckt eine Quittung aus, und ein paar Minuten später erhält man eine Bestätigungs-SMS vom Mobilfunkbetreiber.
Die Daten übertragen die Automaten ebenfalls über das Mobilfunknetz. Ihr Anschaffungspreis liegt zwischen 2000 und 4000 Euro. Die Betreiber dieser Automaten schließen Verträge mit Mobilfunkprovidern, kommunalen Versorgern, Internetanbietern sowie Kreditinstituten und kassieren von den Kunden Gebühren in Höhe von bis zu acht Prozent. Bisher ist Qiwi vor allem in Schwellenländern wie den ehemaligen Sowjetrepubliken, China, Brasilien, Serbien, Bulgarien, Jordanien, Kolumbien, Peru, Chile, Panama, Indien und Malaysia tätig. Dort herrschen ähnliche Bedingungen: Die nächste Bankfiliale ist oft kilometerweit entfernt. DIe USA sind nun das erste große westliche Land, in dem Qiwi mitmischen möchte.
Mehr zum Thema in Technology Review online:
(bsc)