Infineon-Chef: Die Chipbranche muss mit langsamerem Wachstum rechnen
Die ganz großen Sprünge werde es nicht mehr geben, sagte der Vorstandssprecher des Münchener Chipherstellers gegenüber dem "Handelsblatt". Der Standort Deutschland sei derzeit nicht in Gefahr, da hier nach wie vor wichtige Kunden säßen.
Die Zeiten mit zweistelligen Wachstumsraten in der Halbleiterbranche sind nach Ansicht des neuen Infineon-Chefs Peter Bauer vorbei. Die ganz großen Sprünge werde es nicht mehr geben, sagte der Vorstandssprecher des Münchener Chipherstellers dem Handelsblatt. Hauptgrund dafür sei, dass Halbleiter mittlerweile in sehr vielen Produkten verbaut werden. Neues Wachstum zu generieren sei deshalb viel schwerer als in den letzten Jahrzehnten. Nach wie vor könne die Branche aber Jahr für Jahr um einen hohen einstelligen Prozentsatz zulegen, meinte Bauer: "Das ist nicht schlecht, es gibt kaum Industrien, die das schaffen."
Der Standort Deutschland sei derzeit nicht in Gefahr, da hier nach wie vor wichtige Kunden säßen, sagte Bauer. Ein wichtiges Standbein für Infineon sei zum Beispiel die Automobilindustrie. "In der Automobil- und Industrieelektronik ist der Leitmarkt Europa. Wenn der Standort Deutschland nachlassen würde in seiner Innovationskraft, dann würden wir das sehr wohl spüren. Aber bis jetzt gehe ich nicht davon aus, dass die Branche aus Europa verschwindet." (dpa) / (jk)