Mehr Sicherheit fĂĽr Implantate mit Funkschnittstelle
Informatiker arbeiten an einem neuartigen Verfahren, mit dem Hackangriffe auf Medizingeräte besser abgewehrt werden sollen.
Mit Funkschnittstellen ausgestattete Implantate sind potenziell hackbar. Sicherheitsforscher haben beispielsweise bereits gezeigt, dass es möglich ist, einen implantierten Defibrillator so umzuprogrammieren, dass sich seine Batterie zu schnell leert und er im Falle eines Herzstillstandes inaktiv bleibt. Aus diesem Grund arbeiten amerikanische IT-Security-Forscher an neuen Sicherheitsverfahren, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.
Das Team, das aus Wissenschaftlern des Sicherheitskonzerns RSA und Forschern der Rice University besteht, hat ein System entwickelt, das den Herzschlag eines Patienten abgleicht, um sicherzustellen, dass derjenige, der gerade versucht, das Gerät umzuprogrammieren oder Daten herunterzuladen, tatsächlich in direktem Kontakt mit dieser Person steht. Versucht es ein Angreifer aus der Ferne, wird ihm der Zugang verwehrt.
Bei der neuen Methode hält der Arzt zunächst ein Prüfgerät an den Körper des Patienten und kann so seinen Herzschlag auslesen. Diese Daten werden dann mit einem Signal verglichen, das drahtlos vom Implantat übertragen wird. Erst wenn beide Werte übereinstimmen, wird Zugriff auf das Implantat gewährt. Der drahtlose Austausch der Signale erfolgt verschlüsselt, so dass es nicht möglich sein soll, diese Kommunikation abzufangen.
Das System ist bewusst einfach gehalten, um Schwierigkeiten zu vermeiden, wenn ein Arzt oder Nothelfer direkt Zugriff auf das Implantat haben muss. Es muss weder ein Passwort eingegeben werden noch ist es notwendig, die Identität des Patienten zu bestätigen. Wann die Technik auf den Markt kommt, ist noch unklar – es könnte aber mehrere Jahre dauern. Sie muss zunächst eine Zulassung der Gesundheitsbehörden erhalten, bevor sie Hersteller in ihre Hardware verbauen können.
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(bsc)