Microsoft, Cisco und Intel wollen PISA-Indikatoren erweitern

Die bisher bei PISA ermittelten Bildungsergebnisse reichen für die heutigen Bedingungen in der Wirtschaft nicht aus, meinen die drei IT-Unternehmen. Ein von ihnen initiiertes Projekt soll weitere Maßstäbe für Bildungsbewertung erarbeiten.

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Den IT-Unternehmen Microsoft, Cisco und Intel reichen die unter dem Programme for International Student Assessment (PISA) der OECD zusammengefassten Bewertungskriterien für die Fähigkeiten von Schülern nicht aus. Sie haben deshalb auf dem Learning and Technology World Forum in London ein Projekt initiiert, das weitere Maßstäbe und Bewertungsintrumentarien erarbeiten soll. Leiter des Projekts wird laut Mitteilung Barry McGaw, Direktor des Education Research Institute an der University of Melbourne. Die OECD und die International Association of the Evaluation of Educational Achievement (IEA) sollen bereits ihr Interesse an dem Projekt bekundet haben.

Schrumpfende Ressourcen und die gestiegenen Anforderungen der Märkte hätten dafür gesorgt, dass Bildung nicht mehr allein in der Verantwortung der Regierungen liegt, meint McGaw. Um die Schüler für künftige Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt besser ausbilden zu können, müssten auch die Bewertungskriterien geändert werden. Das PISA-System lege besondere Schwerpunkte auf Schlüsselkompetenzen in Mathematik, Naturwissenschaft und beim Lesen. Hinzugekommen sei für PISA 2003 das Feld der Problemlösungskompetenz, doch hätten McGaw und andere sich nicht damit durchsetzen können, auch die besonderen Anforderungen für Informations- und Kommunikationstechnik hinzuzunehmen. Das nun gegründete Projekt will das für PISA sowie für die Trends in International Mathematics and Science Study (TIMSS) mit Hilfe von Pädagogen und Wissenschaftlern ändern.

Microsoft, Cisco und Intel haben im September vorigen Jahres die Studie "Transforming Education: Assessing and Teaching the Skills Needed in the 21st Century" vorgelegt. Laut dieser hätten die meisten Bildungssysteme nicht Schritt gehalten mit dem Wandel der Wirtschaft. Heutige Schüler müssten besser gefördert werden in der Fähigkeit, kritisch und kreativ zu denken, mit anderen zusammenzuarbeiten und Technik in Wirtschaft und Gesellschaft zu nutzen, heißt es in der Mitteilung.

PISA untersucht seit 2000 alle drei Jahre Bildungsergebnisse, die in den teilnehmenden Staaten erreicht werden, darunter auch Deutschland. Zu den Ergebnissen von PISA zählen auch Befunde hinsichtlich der Zusammenhänge zwischen den Kompetenzen und Merkmalen der sozialen und kulturellen Herkunft sowie des schulischen Lernumfeldes, wie das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften erläutert. (anw)