MWC: Erster Blick auf die Nüvifones

Details zu den Nüvifones G60 und M20 hatte Garmin-Asus schon im Vorfeld des Mobile World Congress veröffentlicht, in Barcelona zeigte der Hersteller die Geräte nun zum ersten Mal der Öffentlichkeit.

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Von
  • Achim Barczok

Ungleiches Geschwisterpaar: Das G60 (li.) mit Linux, das M20 (r.) mit Windows Mobile

Die große Werbe-Trommel rührt Garmin-Asus für seine Nüvifones G60 und M20 in Barcelona. Auf dem MWC-Gelände säumen etliche Banner mit Firmenlogo und Plakate mit den Nüvifones die Laufwege zwischen den Messehallen. Am Stand der erst vor Kurzem entstandenen Firmenallianz ist man sichtlich stolz, endlich – ein Jahr nach Ankündigung des G60 – ein weitgehend fertiges Produkt zeigen zu können. Und tatsächlich macht das Smartphone einen recht soliden Eindruck: Der Touchscreen mit 3,6-Zoll-Diagonale reagiert schnell auf Fingerbedienung, flott navigiert man durch die Menüs. Icons und Oberfläche erscheinen ganz im "Look and Feel" der aktuellen Navigationsgeräte der nüvi-Serie. Als Betriebssystem läuft auf dem G60 Linux, zum Surfen im Web ist ein intuitiv zu bedienender, Webkit-basierender Browser installiert. Die drei Navigationspunkte "Call" für Telefonie sowie "Search" und "View Map" für die Kartennavigation dominieren das Hauptmenü, durch die Anwendungsicons scrollt man in einer eigenen Leiste rechts davon.

Das G60 ist ein echter Mix aus Touchscreen-Smartphone und Navigationsgerät, im Navigationsmodus ist es von Aussehen und Funktionsumfang kaum von einem Garmin-Navi zu unterscheiden. Sowohl G60 als auch M20 werden mit vorinstalliertem Kartenmaterial und POIs ausgeliefert, für beide soll es Saugnapf-Halterungen für den Einsatz als Fahrzeugnavi geben. Dank Mobilfunk lässt sich das statische Navigationsangebot dynamisch erweitern, beispielsweise durch den Download aktueller Verkehrsinformationen oder von Veranstaltungshinweisen in der Nähe des Standorts.

Beim Prototyp des M20 mit 2,8 Zoll Display-Diagonale wirken Asus-Smartphone, Windows Mobile 6.1 und Garmin-Navigation noch ziemlich zusammengeflickt. Die von Garmin angepasste Oberfläche mit den gleichen drei Hauptnavigationsbuttons wie beim G60 reagiert noch sehr träge, der automatische Wechsel zwischen Porträt- und Landschaftsmodus gelang am Vorführgerät nur nach starkem Schütteln des Geräts. "Beim M20 gibt es noch einiges zu tun", sagt denn auch Jessica Myers von Garmins PR-Team entschuldigend.

Garmin-Asus will mit der Nüvifone-Reihe möglichst viele Nutzerprofile bedienen. "Deswegen arbeiten wir auch mit mehreren Betriebssystemen", erklärt Myers, man wolle für jeden Geschmack etwas bieten können. Weitere Geräteankündigungen seien noch in diesem Jahr zu erwarten. Auch ein Nüvifone mit dem offenen Betriebssystem Android, dessen Open Handset Alliance Garmin seit Ende vergangenen Jahres angehört, sei nicht auszuschließen, mehr wollte Myers aber nicht verraten. Ebenfalls keine neuen Informationen gab es zur Verfügbarkeit, zu Preisen und möglichen Kooperationen mit Mobilfunkprovidern. (acb)