Chemie-Nobelpreis für "Experimente im Cyberspace"
Martin Karplus, Michael Levitt und Arieh Warshel erhalten die höchste Auszeichnung für Chemiker für ihre Arbeit an Computermodellen chemischer Reaktionen.
Der diesjährige Nobelpreis für Chemie hat mit Informatik zu tun: Die drei Gewinner Martin Karplus (Harvard University, 1930 geboren in Österreich), Michael Levitt (Stanford University, 1947 geboren in Südafrika) und Arieh Warshel (University of Southern California, 1940 geboren in Israel) erhielten den Preis für ihre Arbeiten zum Verständnis komplexer chemischer Prozesse, die sie in Computermodellen zusammenfassten. Die höchste Auszeichnung für Chemiker ist mit umgerechnet 920 000 Euro (8 Millionen Schwedischen Kronen) dotiert.
(Bild: Nobelprize.org)
"Diese Auszeichnung wird für Arbeiten vergeben, die es erlauben, das Chemie-Experiment in den Cyberspace zu bringen", sagte Staffan Normark, Ständiger Sekretär der Schwedischen Akademie der Wissenschaften. Karplus, Levitt und Warshel hätten wichtige Grundlagenforschung betrieben, um Code zu entwickeln, mit dem sich komplexe Prozesse verstehen und ihre Ergebnisse vorhersagen ließen. "Computermodelle, die das reale Leben widerspiegeln, sind entscheidend für die meisten Fortschritte, die heute in der Chemie gemacht werden." Die feierliche Überreichung der Auszeichnungen findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.
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(bsc)