Britische Spielefirmen gehen gegen 25.000 Tauschbörsenbenutzer vor

Erstmals wurde eine Frau wegen illegalen Herunterladens eines Computerspiels von einem britischen Gericht zur Zahlung von 16.000 Pfund verurteilt.

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Von
  • Florian Rötzer

Nach der Musik- und Filmindustrie wollen nun auch Hersteller von Computerspielen schärfer gegen Internetbenutzer vorgehen, die urheberrechtlich geschützte Spiele aus dem Internet herunterladen. Angeblich sollen sechs Millionen britische Internetnutzer illegal Computerspiele im Internet tauschen.

Atari, Topware Interactive, Reality Pump, Techland und Codemasters haben Davenport Lyons damit beauftragt, 25.000 britische Internetnutzer anzumahnen, 300 britische Pfund (380 Euro) wegen Copyright-Verletzung zu zahlen, um einer Anklage zu entgehen. Wie die Times berichtet, wollen die Computerspielehersteller gegen 500 angemahnte Internetnutzer gerichtlich vorgehen, die sich weigern, zu zahlen. 5000 Namen haben sie bereits erhalten, nachdem Urheberrechtsverstöße mit einem Programm der Schweizer Firma Logistep AG nachgewiesen worden seien. Für die Herausgabe der weiteren Namen durch die Internetprovider will die Anwaltskanzlei eine richterliche Verfügung erwirken.

Eingeleitet wurde die Kampagne mit einem Gerichtsurteil gegen eine arbeitslose Mutter zweier Kinder, die 16.000 Pfund (20.200 Euro) an Topware zahlen muss, weil sie über eine Tauschbörse das Spiel Dream Pinball heruntergeladen hat. 6.086,56 Pfund wurden als Schadensersatz veranschlagt, 10.000 müssen für entstandene Kosten erbracht werden.

Die Geldstrafe sei erheblich, heißt es bei Davenport Lyons, und diene als Abschreckung. Zudem zeige das Urteil, dass es wichtig sei, direkt gegen Copyright-Sünder vorzugehen. Dies sei, so wirbt die Firma, "eine effektive Waffe im Kampf gegen die Online-Piraterie". Allerdings ist die Aktion auch in der Computerspielebranche nicht unumstritten. So soll es aus der Entertainment and Leisure Software Publishers Association heißen, dass die meisten Hersteller nicht so gegen ihren "Kernmarkt" vorgehen und lieber nach anderen Möglichkeiten suchen wollen, die Verluste durch Raubkopien zu minimieren. (fr)