Gartner sagt ITxpo ab

Mit der Absage zweier Leitveranstaltungen reagiert Gartner auf ein ausgesprochen veranstaltungsfeindliches Wirtschaftsklima, in dem IT-Treffen, aber auch Messen wie Computer Electronic Show (CES) oder die CeBIT herbe EinbrĂĽche verzeichnen.

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Von
  • Detlef Borchers

Die Unternehmensberatungsgesellschaft Gartner Research hat zwei ihrer wichtigsten Veranstaltungen, das ITxpo Symposium in Barcelona und in La Vegas, für das Jahr 2009 abgesagt. Damit zieht Gartner ähnlich wie Novell mit der Absage der Brainshare die Konsequenzen aus der Wirtschaftskrise, in der Reisen zu IT-Veranstaltungen dem Sparzwang zum Opfer fallen. Mit der Absage verbunden ist die Entlassung von 117 Mitarbeitern, die diese Leitveranstaltungen organisieren. Nicht betroffen sind vorerst die Reihe der Herbst-ITxpos in Orlando, Cannes und Kapstadt.

Mit der Absage zweier Leitveranstaltungen reagiert Gartner auf ein ausgesprochen veranstaltungsfeindliches Wirtschaftsklima, in dem IT-Treffen, aber auch Messen wie Computer Electronic Show (CES) herbe Einbrüche verzeichnen. Die kürzlich in Las Vegas zu Ende gegangene Show für Fachbesucher zählte 110.000 Teilnehmer gegenüber 140.000 im Jahr 2008, was ein Minus von 22 Prozent ergibt. Gartners ITxpos werden je nach Kontinent von 2000 bis 4000 IT-Managern besucht, das Flaggschiff ist die ITXpo in Orlando, die 2008 knapp 6000 Teilnehmer zählen konnte.

Neben der Absage der Veranstaltungen ist die Entlassung von 117 Mitarbeitern oder 3 Prozent der Belegschaft für Gartner ein weiteres Mittel, Kosten zu sparen. Außerdem wurden sechs renommierte Gartner-Analysten entlassen, darunter zwei "Vice Presidents of Research", die mit der Analyse von Software-Märkten und Datacenter-Strategien befasst waren.

Gartner Research gilt als seriöse Adresse unter den Analysten-Firmen. Mit seinen "magischen Quadranten" und der Formulierung des Hype-Zyklus haben Gartner-Analysten Bewertungsinstrumente eingeführt, die besonders in der IT-Branche gerne zur Orientierung genutzt werden. Zuletzt sorgte Gartner mit der These für internationales Aufsehen, dass das Windows-Ökosystem kollabieren wird.

Unter den Veranstaltern von IT-Messen und -Veranstaltungen ist man unterdessen vorsichtig geworden. Gestern gaben die Organisatoren der CeBIT bekannt, dass man auch in Hannover mit rückläufigen Zahlen rechnet. Ungewöhnlich ist in diesem Zusammenhang auch, dass man bei Microsoft derzeit noch keine Bestätigung finden kann, dass die für Mai geplante WinHEC stattfindet. (Detlef Borchers) / (jk)