Mit Genmarkern gegen Holzraubbau
Wissenschaftler können mit gentechnischen Verfahren die Herkunft von Holz genauer bestimmen als je zuvor. Damit soll illegales Abholzen unterbunden werden.
Wissenschaftler können mit gentechnischen Verfahren die Herkunft von Holz genauer bestimmen als je zuvor. Damit soll künftig illegales Abholzen deutlich besser unterbunden werden, berichtet Technology Review in seiner November-Ausgabe (ab Donnerstag am Kiosk oder online bestellbar). Das Hamburger Thünen-Institut für Forstgenetik hat dazu eine Methode entwickelt, um mit Genmarkern nahezu jede Holzart zweifelsfrei nachzuvollziehen. Das Institut verfügt selbst über eine Holzsammlung von über 37.000 Mustern aus 12.000 Arten.
Jedes einzelne Holz ist mit mikroskopischen Bildern und insgesamt 120 Merkmalen in einer Datenbank erfasst. Damit konnte die Einrichtung in letzter Zeit bereits einige spektakuläre Fälle aufdecken. Nun laufen die ersten Projekte, um die Genmarker-Methode nicht nur in Europa, sondern auch in den Herkunftsländern anzuwenden – und den Handel mit illegal geschlagenem Holz bereits vor Ort zu unterbinden.
Liegt die Erbgutinformation vor, lässt sich mithilfe einer Referenzdatenbank nämlich bestimmen, woher genau die Holzprobe stammt – ob aus einem Naturschutzgebiet oder einer Plantage. Das ist schon aus wirtschaftlichen Gründen bedeutend für die Produzentenländer, die zunehmend auf nachhaltigen Waldbau setzen wollen. "Holz ist unser zweitwichtigstes Exportprodukt", sagt die Wissenschaftlerin Ndeade Bourobou aus Gabun. "Wir müssen es in Zukunft zuverlässig zertifizieren."
Auch die Händler haben ein großes Interesse daran. "Finden erst die Zöllner in Rotterdam heraus, dass eine Ladung aus einem Schutzgebiet stammt, drohen die Beschlagnahmung der Ware und eine Geldstrafe", so Bourobou. Sie soll in Gabun eine Referenzdatenbank für afrikanische Hölzer mit aufbauen, in der ihre Kollegen aus den anderen Produzentenländern des Kontinents recherchieren können.
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(bsc)