Gemeinsame Recherche im Netz
Microsoft Research arbeitet an einem neuen Werkzeug, mit dem sich Suchmaschinen in Teamstärke bedienen können.
Sogenannte soziale Software verbreitet sich derzeit verstärkt im Netz – vom Freundesnetzwerk bis zum kollaborativen Kommunikationsdienst. Doch die am häufigsten verwendeten Werkzeuge im Web bleiben nicht selten isoliert. Das beste Beispiel dafür sei die Nutzung von Suchmaschinen, meint Meredith Morris, Wissenschaftlerin in der "Adaptive Systems and Interaction"-Gruppe bei Microsoft Research. "Das sind Tools, die für eine einzelne Person gedacht sind, die für sich alleine agiert – aber so arbeiten wir eben nicht immer."
Nutzer, die etwa mit ihren Ehepartner eine Reise planten oder Schüler, die an einer Hausaufgabe zusammen mit Klassenkameraden arbeiteten, wiederholten oft die Sucharbeit ihrer Mitstreiter oder fänden dabei nicht die Angebote, die die anderen entdeckt hätten, sagt Morris. Die Forscherin hat deshalb ein Werkzeug entwickelt, das dieses Problem beheben soll. SearchTogether genannt, hilft es Gruppen, gemeinsam zu suchen, auch wenn deren Mitglieder an verschiedenen Rechnern arbeiten oder dies zu unterschiedlichen Zeiten tun.
Derzeit in Form eines Plug-ins für Microsofts Internet Explorer 7 konzipiert, benötigt der Nutzer für SearchTogether zunächst einen "Windows Live ID"-Zugang. Ist die Software installiert, kann er dann für jede seiner Web-Suchen andere Nutzer einladen, zu aktiven Teilnehmern werden, berichtet das Technologiemagazin Technology Review in seiner Online-Ausgabe.
Die Recherche lässt sich dabei vom Initiator nach Belieben verteilen – so kann etwa die erste Hälfte der Top-25-Ergebnisse an ein Teammitglied gehen, die zweite an ein anderes. So lassen sich Websites untersuchen, ohne dass es zu Doppelungen kommt. Sollte die Suchanfrage später für eine andere Person interessant sein – etwa ein Familienmitglied, das den gleichen Ausflug plant, der bereits im Internet vorbereitet wurde –, lassen sich auch neue Nutzer zu dem Suchprojekt einladen und dürfen die gespeicherten Anfragen und Kommentare lesen. Suchen die Nutzer gleichzeitig, können sie eine spezielle Funktion namens "Peek and Follow" verwenden, um die Seiten zu sehen, die sich die anderen Gruppenmitglieder gerade auf den Schirm holen. Eine direkte Kommunikation erfolgt dabei via Instant Messenger. SearchTogether soll ab Frühjahr 2008 in einer öffentlichen Beta vorliegen. Derzeit wird der Dienst Microsoft-intern getestet.
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(bsc)