Forscher untersuchen olympische Luftverbesserung

Harte Umweltschutzmaßnahmen sollten die Bedingungen der Athleten in Peking kurzfristig verbessern. Wissenschaftler prüfen nun, was man aus dem einzigartigen Projekt lernen kann.

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Von
  • Ben Schwan

Eines der weltweit am stärksten beachteten Projekte zur Pekinger Olympiade war nicht etwa die Konstruktion des riesigen "Vogelnest"-Leichtathletikstadiums oder der Bau des glänzenden "Wasserwürfels", in dem die Schwimmwettkämpfe stattfanden. In Forscherkreisen wesentlich interessierter aufgenommen wurde der Versuch der chinesischen Regierung, die Abgasemissionen in ihrer Hauptstadt in kürzester Zeit um 60 Prozent zu senken. Das galt als kolossales Unternehmen in einer Region, deren Luftverschmutzung bis zu fünf Mal höher als der Wert liegt, den die Weltgesundheitsorganisation WHO mit "sicher" angibt. An vielen Tagen ist der Rauch so dicht, dass die Sonne nicht zu sehen ist.

Im großen Anti-Smog-Experiment in Peking ging es nicht nur um die Reduktion des privaten Autoverkehrs um die Hälfte, sondern auch um die Schließung oder Verlagerung Dutzender Stahlwerke, Hütten und Fabriken im ganzen Stadtgebiet und darüber hinaus. Die verringerte Luftverschmutzung dürfte nicht nur den Athleten geholfen haben. Sie bot auch der Forschung die einzigartige Möglichkeit, herauszufinden, wie sich eine derart starke Emissionsanpassung auf das Klima auswirkt, berichtet das Technologiemagazin Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Ein Team der University of California in San Diego unter der Leitung des Klimaforschers Veerabhadran Ramanathan setzt seit Beginn der Olympiade autonome unbemannte Flugobjekte (AUAVs) ein, um die Veränderungen der Luftqualität zu messen. "Durch die Reduktion der Emissionen haben die Chinesen ein riesiges natürliches Laboratorium geschaffen, in dem sich herausfinden lässt, wie Luftverschmutzung das Klima beeinflusst", sagt der Forscher. Die 30 Kilo schweren, drei Meter breiten AUAVs enthalten diverse Messinstrumente. Sie werden allerdings nicht direkt über Peking eingesetzt, was mit der kommunistischen Regierung hätte abgestimmt werden müssen, sondern haben ihre Basis rund 500 Kilometer südlich, auf der südkoreanischen Insel Cheju. Diese befindet sich üblicherweise im Abwind der riesigen Metropole.

Das Forscherteam will parallel zur Arbeit in Asien Flüge in Kalifornien durchführen, um zu prüfen, ob auch dort noch Spuren der chinesischen Verschmutzung festzustellen sind. "Wir wollen sehen, welchen globalen Einfluss diese eine Stadt hat", sagt Ramanathan. Der Wissenschaftler interessiert sich insbesondere für die Beziehung zwischen Luftverschmutzung und Klimawandel, ein bislang noch nicht breit erforschtes Thema. Frühere Studien seines Labors hatten gezeigt, dass Emissionspartikel in der Luft bis zur Hälfte des Treibhauseffektes verdecken können, weil sie das Sonnenlicht ins All reflektieren.

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(bsc)