E-Tailer digitalo.de stellt Filialvertrieb ein

Der Butzbacher Elektronikhändler hat seine Läden in Köln und Hamburg zu Weihnachten 2008 geschlossen und verkauft künftig nur noch online. Großhändler AVT, ein Schwesterunternehmen von Digitalo, musste am 2. Januar 2009 Insolvenzantrag stellen.

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Der Butzbacher IT- und Elektronik-Händler digitalo.de hat den Verkauf über seine Ladengeschäfte in Köln und Hamburg unmittelbar vor Weihnachten eingestellt, wie ein Mitarbeiter des Unternehmens im Online-Forum auf Anfrage eines besorgten Kunden mitteilte: "Die Läden sind seit dem 23.12.2008 geschlossen und werden auch nicht mehr wiedereröffnet". Unterdessen musste die ebenfalls im hessischen Butzbach ansässige AVT Handelsgesellschaft mbH am 2. Januar 2009 beim zuständigen Amtsgericht in Friedberg Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen, meldete der Branchendienst Computer Reseller News.

Der Großhändler wird von den Geschäftsführern Manuel Bach und Uwe Konietzke geleitet, die 2002 auch digitalo.de gegründet hatten. AVT sei zum Jahresende in akute Zahlungsschwierigkeiten geraten, nachdem der bis dahin größte Kunde – digitalo.de – seine Geschäftsbeziehung zum Großhändler abgebrochen habe, erklärte der vorläufige Insolvenzverwalter Ralf Diehl. Der E-Tailer habe zudem fällige Rechnungen nicht mehr beglichen und so die prekäre Situation bei AVT ausgelöst.

Die Gesellschafter von digitalo.de – zu denen auch die Hirschauer Conrad-Gruppe gehören soll – bereiten offensichtlich eine Neuausrichtung des E-Tailers vor. Mitte Dezember wurde der Unternehmensberater Klaus Ortner zum neuen Geschäftsführer berufen – die Verträge von Bach und Konietzke laufen offiziell zum 31. März 2009 aus. Nach Schließung der Filialen soll sich digitalo.de offenbar nur noch auf das Online-Geschäft konzentrieren.

Im Forum häufen sich derweil die Beschwerden von Kunden, die auf ihre bestellten Waren warten oder auch auf Rückvergütung ihrer Zahlung nach Auftragsstornierung beziehungsweise Rücksendung von Artikeln. Gunnar Borchert beispielsweise hatte am 12. Dezember 2008 einen digitalen Bilderrahmen geordert und bezahlt, diesen aber bis zum 29. Dezember noch immer nicht geliefert bekommen. Daraufhin stornierte Borchert die Bestellung und wartete auf die Rückzahlung. Das Geld sollte laut Auskunft sofort überwiesen werden, kam nach wiederholten Nachfragen aber erst am 16. Januar auf dem Konto des Kunden an. Andere digitalo-Kunden warten den Forumsbeiträgen zufolge noch heute. (map)