Segway für Eilige
Ein erst 18 Jahre alter Entwickler will mit einer Mischung aus Elektro-Motorrad und Segway-Scooter die Umwelt entlasten.
- Veronika Szentpetery
- Dr. Wolfgang Stieler
Ein erst 18 Jahre alter Entwickler will mit einer Mischung aus Elektro-Motorrad und Segway-Scooter die Umwelt entlasten, berichtet Technology Review in seiner aktuellen Ausgabe 09/08 (seit dem 21. 8. am Kiosk oder hier portokostenfrei online zu bestellen).
Das "Uno" genannte Gefährt ist eine Kreuzung aus Segway-Scooter und Elektro-Motorrad: Entwickler Ben Gulak hat das Hinterrad gezielt weggelassen und stattdessen beide Räder parallel zueinander montiert. So beschleunigt und bremst das Gefährt zwar ähnlich wie der bekannte Segway-Roller mit einer Computersteuerung, wenn sich der Fahrer vor- oder zurücklehnt. Zum Abbiegen muss sich der Fahrer zur Seite lehnen, anstatt einen Lenker zu verdrehen. Das innere Rad gleitet dann ein Stück in den Fiberglas-verkleideten Rahmen, sodass sich die halbe Portion in die Kurve legt. Anders als bei klassischen Motorrädern muss man sich darüber hinaus beim Halten an einer Ampel nicht mit den Beinen abstützen: Wenn der Motor angestellt ist, balanciert der Uno mit Hilfe seiner Computersteuerung und verhindert dabei auch seitliches Umkippen.
Angetrieben wird das Motorrad von einer Nickel-Metallhydrid-Batterie, "aber nur, weil ich beim Prototyp Kosten sparen wollte", wie Gulak erklärt. Die nächste Generation soll nicht nur eine bessere Batterie, sondern auch einen Gasgriff bekommen, die Höchstgeschwindigkeit dadurch von 24 auf 90 Kilometer pro Stunde steigen. Die Inspiration für das Gefährt bekam Gulak auf einer Chinareise. "Nachdem das Flugzeug beim Landen durch die Wolken stieß, habe ich für den Rest meines Aufenthalts keine Sonne mehr gesehen", erzählt er. Der Smog lag wie eine Decke über der Stadt, und als Gulak die Tausende von Motorrädern und Scootern sah, war die Idee geboren, einen umweltfreundlichen Stadtflitzer zu entwerfen. Gulak hat Investoren gefunden und ein Unternehmen gegründet, um ihn serienreif zu entwickeln. "Schwer zu sagen, wie hoch der endgültige Kaufpreis liegen wird. Ich hoffe, so um die 5000 Dollar", sagt er. Das Fahrgefühl sei jedenfalls einzigartig. (Veronika Szentpétery) / (wst)