Flexibles Endoskop soll alle Stellen im Körper erreichen
US-Forscher arbeiten an einem Roboterarm fĂĽr die Chirurgie, der sich am Aufbau von Schlangen orientiert.
Forscher an der Carnegie Mellon University (CMU) haben einen Roboterarm entwickelt, der Chirurgen kritische Herzoperationen mit nur einem Einschnitt erlauben soll. Der so genannte CardioArm ist ein biegsames Endoskop, das aus einer Reihe von Gelenken besteht, die sich automatisch der vom Kopf vorgegebenen Richtung anpassen. Die Steuerung erlaubt eine deutlich höhere Präzision als bei den aktuell verwendeten starren oder völlig flexiblen Sonden, berichtet das Technologiemagazin Technology Review in seiner Online-Ausgabe.
Der CardioArm wird vom Operateur mit Hilfe eines Computers und eines Joysticks bedient. Er besitzt eine Bewegungsfreiheit von 102 Grad. So kann das Gerät durch einen einzigen Punkt in der Brust in den Körper gelangen und sich sogar um das Herz herumschlängeln, bis die zu operierende Stelle erreicht ist. Dort lässt sich dann beispielsweise problematisches Gewebe entfernen. Diese filigrane Kontrolle hilft dabei, sicherzustellen, dass die Sonde beim Eindringen in den Körper nicht an sensibles Gewebe stößt.
Der Nachteil solcher Gelenkroboter ist allerdings, dass sie sich schwerer miniaturisieren lassen. Die kleinste Prototyp-Version des CardioArm ist derzeit 300 Millimeter lang und hat einen Durchmesser von 12 Millimetern. Die CMU-Forscher hoffen aber, dass sie ihre "Schlange" eines Tages klein genug bauen können, um sogar durch ein Blutgefäß in die Blutbahn zu schlüpfen, wie Marco Zenati, einer der am CardioArm maßgeblich beteiligten Wissenschaftler, sagt. Die Idee zu dem neuen Roboterarm kam dem Professor für Chirurgie an der University of Pittsburgh nach intensiven Erfahrungen mit bestehenden Roboterhelfern im Operationssaal, die für seinen Geschmack oft zu grob vorgingen.
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(bsc)