Karte der UMTS-Netzabdeckung geplant

Das Friedrichshafener Unternehmen Doubleslash will mit Hilfe von mobilen Surfern eine Karte der UMTS-Netzabdeckung in Deutschland erstellen.

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Das Friedrichshafener Unternehmen Doubleslash will mit Unterstützung von mobilen Surfern eine Karte der UMTS-Netzabdeckung in Deutschland erstellen. Dazu stellt Doubleslash Clients für Windows-Notebooks und Java-fähige Smartphones zum Download bereit, die – mit Hilfe integrierter oder per Bluetooth angekoppelter GPS-Empfänger – die aktuelle Position sowie die Download-Geschwindigkeit und die Zeit für den Verbindungsaufbau speichern. Die Daten nimmt das Unternehmen derzeit noch per E-Mail entgegen, in einer späteren Software-Version soll eine Upload-Funktion integriert werden. Die Tracking-Daten stellt Doubleslash mit Hilfe von Google Maps in einer animierten Karte dar.

Das Sammeln der Verbindungsdaten ist für die Benutzer allerdings mit einem recht hohen Datenaufkommen verbunden, ohne Flatrate-Vertrag entstehen schnell hohe Kosten: Alle 10 Sekunden lädt die Software eine 50 KByte große Datei vom Server des Anbieters, pro Stunde kommt bei guten Verbindungen so ein Datenvolumen von rund 18 MByte zusammen. Der Download großer Volumen führte in der Vergangenheit zu Kündigungen von Flatrate-Verträgen – auch wenn die Netzbetreiber dies gelegentlich anders darstellen.

Auch ist die Wahl einer 50-KByte-Datei eher ungünstig: Durch das Verbindungsmanagement der UMTS-Netze dauert es beim Start eines Dateitransfers bis zu vier Sekunden, ehe die maximale Rate erreicht wird. Daher benutzen wir bei unseren Tests (siehe etwa den Artikel Rasante Datenfunker) unterschiedlich große Dateien. Aus den Messergebnissen kleiner Dateien lässt sich nicht ablesen, mit welcher Geschwindigkeit das eigene Gerät mit dem Netz verbunden ist (siehe dazu die Grafik in der Bilderstrecke des erwähnten Artikels). Das Projekt der Friedrichshafener kann so zwar einen Unterschied zwischen UMTS- und EDGE-versorgten Gebieten feststellen, eine Angabe über die HSDPA-Geschwindigkeit lässt sich daraus aber nicht generieren.

Die Netzbetreiber E-Plus, O2, T-Mobile und Vodafone stellen ebenfalls Karten zur Netzabdeckung zur Verfügung – diese spiegeln jedoch nicht immer die Realität wider. So gibt E-Plus etwa auf seinem Portal den Hinweis, dass "die auf der Netzabdeckungskarte dargestellten Versorgungsgebiete auf Basis von Computersimulationen erzeugt wurden. Sie können z.T. vom realistischen Ausbreitungsverhalten der Funkwellen abweichen." (ll)