Klare Kohle
Das erste Elektronik-Produkt auf der Basis von Kohlenstoff-Nanoröhrchen soll noch in der zweiten Jahreshälfte 2009 auf den Markt kommen. Das berichtet Technology Review in seiner aktuellen Ausgabe 03/09.
- Prachi Patel-Predd
- Dr. Wolfgang Stieler
Das erste Elektronik-Produkt auf der Basis von Kohlenstoff-Nanoröhrchen soll noch in der zweiten Jahreshälfte 2009 auf den Markt kommen. Das berichtet Technology Review in seiner aktuellen Ausgabe 03/09 (seit dem 19. 2. am Kiosk oder portokostenfrei online zu bestellen).
Das kalifornische Start-up Unidym erzeugt durchsichtige und leitfähige Folien, indem es Nanoröhrchen auf Kunststoff-Filme aufträgt. Bisher werden solche transparenten Elektroden meist durch eine Beschichtung mit Indiumzinnoxid (ITO) hergestellt. Carbon-Nanoröhrchen sind nicht nur preiswerter, sondern auch flexibler und robuster als das spröde ITO. Außerdem sind sie einfacher auf Träger aus Kunststoff oder Glas aufzutragen. Die Unidym-Folien sollen Flüssigkristall-Displays preiswerter, Touchscreens haltbarer und Solarzellen flexibler machen.
Bei der Herstellung der Nanoröhren-Folie ist Unidym nach eigenen Angaben ein Durchbruch gelungen: Bisher bestand die Schwierigkeit darin, ausreichende Mengen Nanoröhren mit einheitlicher Leitfähigkeit zu produzieren, denn diese ändert sich mit Wandstärke, Länge und Durchmesser der Röhren. Unidym lässt die Röhrchen aus der Gasphase heraus Atom für Atom auf einem Metallkatalysator wachsen. Anschließend werden die Produkte gereinigt, sodass nur noch Röhren mit den gewünschten Eigenschaften übrig bleiben. Zudem hat sich Unidym einen Prozess patentieren lassen, bei dem eine Nanoröhrchen-Dispersion wie Tinte auf eine Unterlage aufgebracht werden kann. Zahlreiche Bildschirmhersteller arbeiten bereits mit der Unidym-Folie. Samsung etwa hat im vergangenen Oktober einen Prototyp für elektronisches Papier vorgestellt, der auf Unidym-Technik beruht. (Prachi Patel-Predd) / (wst)