Immer noch keine Einigung beim Debitel-Kauf durch Freenet

Der Übernahme-Krimi geht auch nach einer Sitzung des Freenet-Aufsichtsrats weiter.

vorlesen Druckansicht 8 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • dpa

Bei den Verhandlungen zur Übernahme des Mobilfunkanbieters Debitel durch den kleineren Wettbewerber Freenet haben sich die Unternehmen bislang nicht einigen können. Der Freenet-Vorstand solle die verbliebenen offenen Punkte für einen Erwerb der Debitel-Gruppe zügig verhandeln, damit im Aufsichtsrat kurzfristig die Beschlussfassung erfolgen könnte, teilte die Freenet AG heute nach einer Sitzung des obersten Konzerngremiums mit. Details nannten die Unternehmen nicht. Durch den Zusammenschluss soll der mit rund 19 Millionen Kunden drittgrößte Mobilfunkanbieter Deutschlands nach T-Mobile und Vodafone D2 entstehen. Der Transaktionswert würde laut früheren Angaben zwischen 1,4 und 1,8 Milliarden Euro betragen.

Debitel wird vom Finanzinvestor Permira kontrolliert, der das Stuttgarter Unternehmen Mitte 2004 für 640 Millionen Euro von Swisscom übernommen hatte. Die Übernahme bezahlt Freenet in bar und mit eigenen Aktien. Permira soll laut früheren Angaben von Freenet mit knapp 25 Prozent an der Gesellschaft beteiligt werden und würde damit der größte Einzelaktionär.

Mit dem Debitel-Kauf will Freenet-Chef Eckhard Spoerr die Pläne der Großaktionäre United Internet und Drillisch durchkreuzen, die das norddeutsche Unternehmen komplett übernehmen wollen. United-Internet-Chef Ralph Dommermuth hatte zuletzt eine Erhöhung einer möglichen Offerte auf 14 Euro pro Freenet-Aktie angekündigt. In Briefen sprach er sich zudem gegen eine Übernahme von Debitel aus. Die Unternehmen wollten die frühere mobilcom AG aufteilen. United Internet ist an dem DSL-Geschäft interessiert, Drillisch am Mobilfunkgeschäft. (dpa) (ad)