Neueinstellungen bei der Telekom
Europas größter Telekommunikationskonzern meint, der Wirtschaftskrise trotzen zu können und im Jahr 2009 bis zu 3.500 neue Mitarbeiter und bis zu 3.600 Auszubildende einzustellen.
Man ist ja vorsichtig geworden in den Chefetagen der Firmen, so macht auch die Deutsche Telekom in ihrer eher überraschende Mitteilung die angekündigten Neueinstellungen von der "wirtschaftlichen Entwicklung ihrer einzelnen Geschäftssegmente" abhängig. Immerhin aber scheint man sich seiner Sache und der eigenen Fähigkeit, der Wirtschaftskrise halbwegs trotzen zu können, so sicher zu sein, dass man derzeit von bis zu 3.500 Neueinstellungen im Jahr 2009 ausgeht. Außerdem soll es wieder 3.600 Ausbildungsplätze geben, wie Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger erklärte.
Damit liege die Telekom mit den Neueinstellungen und den Ausbildungsplätzen auf dem Niveau des Vorjahrs, betonte Sattelberger. Für ihn sind diese Vorhaben Teil des Personalumbaus bei der Telekom. Die Schwerpunkte der Ausbildungsplätze liegen im Bereich IT und Technik sowie im Service und im Vertrieb. Für die Neueinstellungen sucht die Telekom vor allem Absolventen technischer, naturwissenschaftlicher und betriebswirtschaftlicher Studiengänge. Dazu kommen "intern ausgebildete Nachwuchskräfte".
"In der aktuellen Wirtschaftskrise ist die Deutsche Telekom ein Hort der Stabilität, der vielen jungen Menschen eine gute Perspektive bietet", meint Sattelberger. Gleichzeitig kann er offensichtlich auf einen Hinweis auf die Regulierung der Telekommunikationsmärkte in Deutschland nicht verzichten: Die "künftige Wettbewerbsfähigkeit der Telekom als internationaler Hightech-Konzern hängt im Übrigen auch davon ab, wie das politische Klima für weitreichende Investitionen in neue Technologien gestaltet" werde, erklärte Sattelberger. Er spielt damit darauf an, dass die Branche gerne Unterstützung von der Bundesregierung dafür hätte, die Lücken im Breitbandausbau, die vor allem im ländlichen Bereich bestehen, zu schließen und die Netze auf höhere Bandbreiten für den Endkundenanschluss (bis zu 100 MBit/s) auszubauen.
Telekom-Chef René Obermann hatte der Kanzlerin entsprechende Angebote gemacht. Danach will die Telekom 2 Milliarden Euro investieren, um die restlichen Lücken im Breitbandnetz bis 2011 zu schließen. Bislang sind rund 5 Millionen Bundesbürger, vor allem auf dem Lande, vom schnellen Internet-Zugang abgeschnitten. Als Gegenleistung fordert Obermann freilich, von den Konkurrenten höhere Mietpreise für die Nutzung der Leitungen für die "letzte Meile" verlangen zu dürfen. Das brachte natürlich auch gleich die Telekom-Konkurrenten auf den Plan. Der VATM erklärte: "Wir machen das im Vergleich zur Telekom in der Hälfte der Zeit, mit höherer Internet-Zugangsgeschwindigkeit und deutlich billiger." Gleichzeitig möchte die gesamte Branche aber auch von den Investitionsvorhaben profitieren, die die Bundesregierung im Konjunkturpaket 2 vorgesehen hat. (jk)