Dauermessgerät gegen Grünen Star
US-Forscher arbeiten an einem Augeninnendrucksensor, der sich in eine Kontaktlinse einbauen lässt.
Die einzige Methode, die Patienten mit Grünem Star derzeit zur Verfügung steht, um über den Stand ihrer Erkrankung auf dem Laufenden zu bleiben, ist der regelmäßige Besuch beim Augenarzt. Dort lassen sich verschiedene Tests vornehmen, um den Hauptrisikofaktor des Glaukoms abzuklären – ein erhöhter Augeninnendruck. Gegebenenfalls wird dann mit Medikamenten reagiert, damit der Betroffene sein Augenlicht nicht (weiter) verliert. Das Problem: Geräte, mit denen sich auch zwischen den Praxisbesuchen von zuhause aus feststellen lässt, ob der Druck zwischen zugenommen hat, existieren bislang nicht.
Forscher an der University of California in Davis haben nun den Prototypen eines Messinstruments entwickelt, das das ändern soll, berichtet das Technologiemagazin Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Sein klitzekleiner Drucksensor sitzt direkt in einer vom Patienten getragenen Kontaktlinse. Bei der Herstellung wird die dafür notwendige Elektronik in ein weiches Polymermaterial integriert. Der Erfinder des Verfahrens, Tingrui Pan von der Fakultät für biomedizinische Ingenieurwissenschaften, glaubt, dass sich die Technik sogar in Wegwerf-Kontaktlinsen einsetzen lassen wird. Einer ständigen Überwachung des Augeninnendrucks stünde damit nichts mehr im Weg. "Dieses Gerät ist ein echter Durchbruch bei der Messung des Augeninnendrucks", meint David Calkins, Augenheilkundler am Vanderbilt University Medical Center, der die Studie kennt. "Uns fehlt derzeit eine Methode, den Druck außerhalb der Klinik in Echtzeit zu messen." Veränderungen ließen sich deshalb oft nicht schnell genug erkennen.
Bevor aus Pans Prototyp ein kommerzielles Produkt werden kann, muss allerdings noch einiges passieren. Zwar funktioniert die Kontaktlinse prinzipiell bereits. Doch ist das verwendete Silberpulver für den Sensor nicht durchsichtig. Pan sucht derzeit nach Materialien, mit denen sich Elektronik herstellen lässt, durch die der Träger dann auch schauen könnte. Problematisch ist auch noch die Stromversorgung. Das ideale Modell der Glaukom-Kontaktlinse würde aus dem Drucksensor und einem RFID-Tag bestehen, das die Informationen drahtlos an einen Rechner senden kann.
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(bsc)