Sony-TVs demnächst ohne RGB-LEDs
Der japanische Konzern wird in seinen Vorzeige-Flachbildfernsehern mit LED-Backlight in Zukunft möglicherweise auf weiße statt farbige Dioden setzen. Der Elektronikriese will sich im TV-Markt stärker den günstigen Einstiegsgeräten widmen.
Sony wird möglicherweise sein Engagement in Flachbildfernseher mit RGB-LED-Hinterleuchtung zurückfahren. Anders als Philips und Samsung hatte Sony in seinem High-End-TV auf die kostspieligere LED-Variante mit roten, blauen und grünen Leuchtdioden gesetzt, das mögliche Farbspiel aber nicht ausgenutzt: Im Sony X4500 wurde lediglich die Helligkeit der insgesamt weiß leuchtenden Diodentripel lokal gedimmt und die Hintergrundbeleuchtung nicht zugleich – wie es mit bunten LEDs möglich wäre – farblich auf den Bildinhalt abgestimmt.
Local dimming mit RGB-LEDs hatte erstmals der Philips-Ableger NXP auf der IFA 2007 in Berlin präsentiert, auch die Panelhersteller CMO und AUO sowie Dolby Labs zeigten es im vergangenen Jahr anlässlich der DisplayWeek. Es erhöht den Bildkontrast und verbessert zugleich die Farbbrillanz der Darstellung. Die teurere RGB-LED-Variante in den Sony-Fernsehern erweitert bislang lediglich den Bildkontrast und den grundsätzlich verfügbaren Farbraum. Beides lässt sich indes auch mit den deutlich preiswerteren weißen LEDs durch lokales Dimmen und die gezielte Anpassung der LCD-Farbfilter an das LED-Spektrum (sogenannte Wide Gammut LCDs) erzielen.
Der Wechsel von farbigen zu weißen Leuchtdioden wäre zwar technisch gesehen ein Rückschritt, spart aber erhebliche Kosten. Wie in einem Strategiepapier (PDF-Datei) verlautet, will das in die Verlustzone trudelnde japanische Unternehmen seinen defizitären TV-Sektor unter anderem durch eine stärkere Konzentration auf günstige Einstiegsmodelle für sich entwickelnde Märkte wie China in die Spur zurückbringen und dabei zunehmend auf OEM-Entwicklungen zurückgreifen. Die eigene Forschung und Entwicklung soll dagegen zentralisiert und Teile der Softwareentwicklung nach außen vergeben werden, zum Beispiel an Fremdfirmen in Indien. Insgesamt will das Unternehmen die Belegschaft im TV-Bereich bis Ende März 2010 um etwa 30 Prozent zusammenstreichen. (uk)