Engpässe bei Lithium-Ionen Zellen erwartet

Der Marktstart von Hybrid-Autos mit Lithium-Ionen-Akkus könnte zu einem Engpass in der Akku-Produktion führen. Das berichtet Technology Review in seiner aktuellen Ausgabe 05/08.

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Der Marktstart von Hybrid-Autos mit Lithium-Ionen-Akkus könnte zu einem Engpass in der Akku-Produktion führen. Das berichtet Technology Review in seiner aktuellen Ausgabe 05/08 (seit dem 17. 4. am Kiosk oder hier online zu bestellen.

Jens Tübke, Leiter der Batterieentwicklung am Fraunhofer-Institut für chemische Technologie (ICT), geht davon aus, dass es in den kommenden Jahren, wenn die vielen angekündigten Hybrid-Autos tatsächlich auf den Markt kommen, deutliche Kapazitätsengpässe bei der Versorgung mit Lithium-Ionen-Zellen geben wird. Die französische Saft Batteries sei als einziger Zellproduzent in Europa bereits jetzt komplett ausgelastet. "Da kann anklopfen, wer will. In den nächsten fünf bis sechs Jahren wird es eng", sagt Tübke – der Bedarf sei mittlerweile so groß, dass die Autofirmen sogar schon mit Herstellern von Lithium-Ionen-Akkus für Mobiltelefone verhandeln.

"Es war einfach ein Strategiefehler, die Batterien so zu vernachlässigen. Da haben sich viele Automobilhersteller kräftig vergaloppiert", sagt Tübke. Der ewige Hoffnungsträger Brennstoffzelle habe lange Zeit den Blick auf Fortschritte in der Akku-Technologie vernachlässigt.

Wer auf genauere Informationen zum Thema Lithium-Akku hofft, stößt allerdings derzeit bei den deutschen Autoherstellern und ihren Partnern auf eine Mauer des Schweigens. Beobachter führen das auch darauf zurück, dass die Unternehmen nur ungern zugeben wollen, dass sie wegen ihres späten Starts massiv auf fremde Hilfe angewiesen sind. So werden die Batterien für den hybriden Mercedes S400 vom Zulieferer Continental kommen, der wiederum die Zellen dafür von einem Joint Venture des US-Herstellers Johnson Controls mit dem französischen Unternehmen Saft bezieht.

Die Schweigsamkeit erstreckt sich auch auf Fragen bezüglich der Temperaturempfindlichkeit der Lithium-Ionen-Chemie: Ohne Einschränkungen funktioniert sie nämlich nur in einem engen Temperaturfenster, selbst Unterschiede von nur einigen Grad Celsius zwischen den einzelnen Zellen führen zu Leistungseinbußen und verringern die Lebensdauer. Eine Lösung für dieses Problem war nach Angaben von Daimler "entscheidend" dafür, dass das Unternehmen im März stolz vermelden konnte, als erster Hersteller "die Lithium-Ionen-Technik auf die hohen Anforderungen im Automobilbereich abgestimmt" zu haben. Dazu wurde der Akku in den Klimakreislauf integriert, sodass er stets bei der optimalen Systemtemperatur arbeitet, die Daimler mit 15 bis 35 Grad Celsius angibt. (wst)