IG-Metall: IT-Gehälter stiegen 2008 nur geringfügig
Nach den Ergebnissen der Entgeltanalyse der IG Metall konnten die meisten ITler nicht von der wirtschaftlich guten Lage der Branche profitieren.
Viele Beschäftigte in der Informations- und Telekommunikationsbranche haben 2008 keine oder nur geringe Gehaltserhöhungen erhalten. Nach den Ergebnissen der aktuellen ITK-Entgeltanalyse der IG Metall konnten die meisten der 16 untersuchten Jobgruppen nicht von der wirtschaftlich guten Lage der Branche profitieren. In Unternehmen ohne Tarifbindung gab es zum Teil seit Jahren keine Entgelterhöhungen.
Dies teilt die IG Metall anlässlich der Veröffentlichung ihrer ITK-Entgeltanalyse mit. Leichte Zuwächse gab es danach in den Bereichen Beratung/Consulting (plus 0,7 Prozent), Projektmanagement (plus 0,5 Prozent) und Servicetechnik (plus 1,21 Prozent). Kräftige Erhöhungen waren in der Hardware-Entwicklung (plus 10,21 Prozent) und in der Verwaltung (plus 6,46 Prozent) zu verzeichnen. In Callcentern (Callcenter-Agents minus 12,47 Prozent und Callcenter-Leitung minus 5,72 Prozent) und im Marketing (minus 13,16 Prozent) gab es hingegen starke Verluste. Führungskräfte gehörten insgesamt zu den Gewinnern der Einkommensentwicklung.
Die Anzahl der Beschäftigten mit variablem Gehaltsbestandteil hat sich der Untersuchung zufolge um ein Viertel erhöht. Die Höhe der variablen Gehaltsbestandteile ist im Durchschnitt gesunken und liegt durchschnittlich zwischen 10 und 25 Prozent. In tarifgebundenen Unternehmen der IT- und Telekommunikationsbranche werden durchschnittlich höhere Gehälter gezahlt als in nicht tarifgebundenen.
Die Entgeltanalyse ist in ihren Ergebnissen mit der im aktuellen Heft der c’t 6/09 veröffentlichen Gehaltsanalyse nur eingeschränkt zu vergleichen, weil die IG-Metall die von Betriebsräten, Personalstellen und Einzelpersonen genannten Gehälter auf eine Basisarbeitszeit von 35 Stunden umrechnet. Der c’t-Leserumfrage zufolge hat der durchschnittliche deutsche IT-Experte 2008 ein um 4,3 Prozent höheres Einkommen als im Vorjahr erhalten und so 51.100 Euro bei einer mittleren Arbeitszeit von 43,3 Wochenstunden erreicht. Unter 40 Stunden arbeitete nur noch jeder zehnte der rund 5000 Teilnehmer der c’t-Umfrage. (fm)