Blutnachschub aus Stammzellen
Ein US-Unternehmen entwickelt im Auftrag der DARPA ein transportables System, in dem aus Blutstammzellen rote Blutkörperchen gezüchtet werden.
- Veronika Szentpetery
- Dr. Wolfgang Stieler
Das US-Unternehmen "Arteriocyte Medical Systems" entwickelt im Auftrag der US-Militärforschungsbehörde DARPA ein transportables System, in dem aus Blutstammzellen kontinuierlich funktionstüchtige rote Blutkörperchen gezüchtet werden. Das berichtet Technology Review in seiner aktuellen Ausgabe 02/09 (seit dem 22. 1. am Kiosk oder hier portokostenfrei online zu bestellen).
Blutkonserven sind oft Mangelware: Zu wenige Menschen spenden ihr Blut. Dieser Versorgungsengpass wäre behoben, könnte man aus Blutstammzellen kontinuierlich funktionstüchtige rote Blutkörperchen züchten und daraus Blutkonserven herstellen. Neben Krankenhäusern ist auch das Militär an einer solchen Quelle für Spenderblut interessiert.
"Arteriocyte Medical Systems" entwickelt im Auftrag der US-Militärforschungsbehörde DARPA (Defense Advanced Research Projects Agency) ein solches automatisiertes und leicht transportables System. Das Medizintechnik-Unternehmen hat bereits ein Material aus Nanofasern hergestellt, mit der sich das Knochenmark für die Vermehrung und die Reifung von Blutstammzellen dreidimensional nachahmen lässt. Jetzt will Arteriocyte ein an der Johns Hopkins University in Baltimore, USA, entwickeltes Verfahren optimieren, mit dem sich Stammzellen zwanzigmal effizienter vermehren und zu roten Blutkörperchen reifen lassen als mit kommerziellen Züchtungssystemen.
Die Stammzellen selbst werden aus Nabelschnurblut der Gruppe 0-negativ gewonnen, weil sich diese Blutgruppe universell ohne Immunreaktion bei allen Empfängern einsetzen lässt. Das fertige Gerät soll laut Don Brown, Geschäftsführer von Arteriocyte, explizit auch für den zivilen Einsatz zugelassen werden. "Das ist einer der Gründe, weshalb wir diesen Forschungsaufrag angenommen haben", so Brown. (Veronika Szentpétery) / (wst)