Online-Werbemarkt wächst dank Suchanzeigen
Die Ausgaben für Internet-Werbung sind in den USA im zweiten Quartal 2008 um 20 Prozent gestiegen, berichtet das Wall Street Journal. Dabei verliert die klassische Bannerwerbung zugunsten von Textanzeigen im Suchumfeld weiter an Bedeutung.
Die Ausgaben für Internet-Werbung sind in den USA im zweiten Quartal 2008 um 20 Prozent gestiegen, berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf eine Untersuchung der Analysten von eMarketer. Dabei verliert die klassische Bannerwerbung zugunsten von Textanzeigen im Suchumfeld weiter an Bedeutung. Bis zum Jahresende sollen rund 10,5 Milliarden US-Dollar in die sogenannten search ads fließen, während nur gut die Hälfte davon für Banner ausgegeben werden, die das Internet-Werbegeschäft in den vergangenen Jahren geprägt hatten.
Von diesem Trend profitiert vor allem Google. Der Suchmaschinenbetreiber deckt allein in den USA über 70 Prozent des Geschäftes mit Textanzeigen im Suchumfeld ab. Und der Vorsprung könnte nach Einschätzung von Experten weiter wachsen, denn Konkurrenten wie Microsoft, Yahoo und AOL konzentrieren sich weiterhin stärker auf die Bannerwerbung. In der Hoffnung, Werbegelder aus dem search ads-Umfeld wieder in das klassische Anzeigengeschäft umlenken zu können, haben die drei Konzerne Milliardenbeträge in die Entwicklung neuer Werbekonzepte gepumpt. Allein Microsoft habe nun eine Reihe neuer Angebote, die auch in der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Lage erfolgversprechend seien, erklärt Brad Goldberg, General Manager of Search bei Microsoft. Das Unternehmen habe beispielsweise einen Einkaufssuchdient mit Geld-zurück-Funktion entworfen.
Aber auch Google will das Geschäft mit Bannerwerbung nicht vernachlässigen. Daher hatte der Konzern den Werbervermarkter DoubleClick für gut 3 Milliarden US-Dollar übernommen und einen neuen Anlauf gemacht, das dümpelnde Anzeigengeschäft des Tochterunternehmens YouTube wieder anzukurbeln. Nach der geplatzten Übernahme von Yahoo durch Microsoft, rückten zudem Google und Yahoo in Sachen Werbevermarktung eng zusammen.
Den Analysten von eMarketer zufolge werden aber Textanzeigen bei Suchanfragen den Online-Werbemarkt in der nächsten Zeit dominieren. Die Ausgaben in diesem Umfeld sollen gegenüber 2007 um 40 Prozent zulegen und dann 42 Prozent des Gesamtmarktes ausmachen. Bei Bannerwerbung, die nur gut ein Fünftel des Anzeigenumsatz abdeckt, erwarten die Marktforscher hingegen keinen nennenswerten Zuwachs. Unterdessen legen die Ausgaben für Internet-Werbung auch hierzulande zu. Wie Nielsen Media Research ermittelt hat, gaben Anzeigenkunden in der ersten Jahreshälfte 40 Prozent mehr aus als im Jahr zuvor – damit übertrumpft Online-Werbung erstmals das Anzeigenvolumen im Radio. (map)